Ostern jenseits der alten Geschichten – meine eigene Auferstehung
Es gibt Feste, die wir von klein auf kennen.
Und doch kommt irgendwann der Moment, in dem wir spüren:
Das, was uns darüber erzählt wurde, passt nicht mehr zu dem, was wir innerlich erfahren.
So geht es mir mit Ostern.
Ich bin tief verbunden mit meinem Glauben.
Und gleichzeitig spüre ich, dass die alten Bilder mich nicht mehr tragen.
Nicht, weil sie falsch sind.
Sondern weil sie oft eng geworden sind.
Zu viel Schuld.
Zu viel Leid, das verherrlicht wird.
Zu wenig Raum für das, was wirklich geschieht: Wandlung.
Ostern ist kein Konzept. Es ist ein innerer Prozess.
Und dieser Prozess folgt keinem festen Skript.
Ja, es gibt diese drei bekannten Stationen:
Kreuzigung.
Grab.
Auferstehung.
Aber das Entscheidende geschieht dazwischen.
In der Stille.
Im Nichtwissen.
In dem Moment, in dem nichts mehr greift.
Dieser Raum ist nicht spektakulär.
Er ist leise.
Roh.
Echt.
Und genau dort beginnt etwas Neues.
Mein eigener Weg durch diese Räume
Im letzten Jahr durfte ich genau das erfahren.
Nicht als Geschichte, sondern als gelebte Wirklichkeit.
Ich bin durch meine eigene Schwere gegangen.
Durch innere Bilder von Ohnmacht, Verstrickung und Erschöpfung.
Nicht, weil ich es wollte, sondern weil mein Leben mich dorthin geführt hat.
Und ich habe erkannt:
Diese inneren „Kreuzwege“ haben nichts mit Schuld zu tun.
Sie sind keine Strafe.
Sie sind Übergänge.
Etwas in uns stirbt.
Nicht, weil wir falsch sind, sondern weil es nicht mehr zu uns gehört.
Die größte Täuschung: dass wir leiden müssen, um erlöst zu werden
Was mich heute nicht mehr berührt, sind Deutungen, die uns klein halten.
Die sagen:
Du musst erst durch Schmerz, um würdig zu sein.
Du musst leiden, um verwandelt zu werden.
Du bist schuldig und brauchst Erlösung.
Ich glaube das nicht mehr.
Ich erlebe etwas anderes:
Wandlung geschieht nicht durch Schuld.
Sondern durch Bewusstsein.
Durch Hingabe.
Durch das Erlauben dessen, was gerade ist.
Der Raum dazwischen
Der „Karsamstag“ in uns, dieser unscheinbare, oft übergangene Raum, ist für mich der Schlüssel.
Es ist der Moment, in dem nichts mehr funktioniert wie vorher.
Keine alten Antworten.
Keine schnellen Lösungen.
Nur Stille.
Und genau dort liegt die Kraft.
Nicht im Tun.
Nicht im Kämpfen.
Sondern im Zulassen.
Auferstehung ist kein Wunder. Sie ist eine Entscheidung.
Für mich bedeutet Auferstehung heute nicht, dass etwas von außen geschieht.
Sondern dass ich mich entscheide:
Für mich.
Für mein Leben.
Für meine Wahrheit.
Es ist der Moment, in dem ich aufhöre, mich an alten Bildern festzuhalten.
Und beginne, mich selbst zu leben.
Und was bleibt von Ostern?
Eine tiefe Erinnerung:
Dass wir durch alles hindurchgehen können.
Dass wir uns selbst nicht verlieren, auch wenn es sich so anfühlt.
Und dass in jedem Ende bereits etwas Neues angelegt ist.
Nicht als religiöse Idee.
Sondern als gelebte Erfahrung.
Meine Einladung
Wenn du gerade selbst in einer Phase bist, in der vieles stillsteht, sich leer anfühlt oder unsicher ist:
Vertrau diesem Raum.
Er ist nicht gegen dich.
Er arbeitet für dich.
Und vielleicht ist genau das dein Ostern.
Nicht laut.
Nicht inszeniert.
Sondern still.
Echt.
Und zutiefst transformierend.
Ich begleite dich gern ein Stück auf diesem Weg.
Mit Raum.
Mit Präsenz.
Und mit dem Vertrauen, dass deine eigene Auferstehung bereits begonnen hat.



