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Eine Woche in Kevelaer – und die Rückkehr zu mir

Es gibt Zeiten, die sich nicht wie Alltag anfühlen, sondern wie ein innerer Weg.
Meine Woche in Kevelaer war genau so ein Weg, überraschend klar und tief.

Ein Faden, der ein Jahr früher begann

Vor einem Jahr war ich zum ersten Mal in Aachen, bei der True Voice Arbeit mit Mark Fox. Einige Teilnehmer erzählten von Assisi und von Kevelaer, Orten, zu denen ich damals keinerlei Bezug hatte.

Und doch blieb ein Lied an mir haften:

„Zurück zu mir, jetzt und hier.
Ich lasse meine Ängste los
und komm zurück zu mir…“

Monatelang begleitete mich dieses eine Lied. Die übrige Musik war mir damals zu „heilig“, zu nah an Kirche und Gott. Ich kaufte nur diesen einen Track.

Ein Jahr später lande ich mit Mark in Kevelaer. Und lege mich – ohne Widerstand, ohne Gedanken – in den Schoß der Heiligen Mutter. Das Leben webt manchmal lange Fäden, bevor wir erkennen, wohin sie führen.

Ankommen in der Schwere

Als ich in Kevelaer ankam, spürte ich sofort die Dichte: alte Mauern, lange Gänge, eine jahrhundertalte männliche Prägung. Ich war erschöpft, überfordert, fast abgeschnitten von meiner eigenen Leichtigkeit.

Erst später begriff ich: Ich war nicht hier trotz der Schwere – sondern wegen der Schwere.

Der innere Kreuzweg

Gleich am ersten Tag begegnete mir eine Reihe von Worten, die mich wie Pfeile trafen:

Einsaat – Empfängnis – Zuwendung – Schicksal – Verstrickung – Randgruppe – Ohnmacht – Entmachtet – Entwürdigt – Aussichtslos – Durchkreuzt – Aufgegeben

Ich erkannte darin kein kirchliches Bild, sondern ein inneres Echo. Mein System sagte: „Genau das kenne ich. Genau hier gehe ich gerade hindurch.“

Diese Worte beschreiben nicht nur einen religiösen Kreuzweg, sondern auch innere Wege, die Menschen in Umbrüchen, Trauerzeiten oder Krisen durchwandern. Genau das begegnet mir auch in meiner Arbeit: Der Moment, in dem das Außen plötzlich zum Spiegel des Innen wird.

Klang, Körper und Erinnerung

In der Klangmeditation zeigte sich mein Körper deutlicher als jede Einsicht. Meine Beine schmerzten, als wollten sie sagen:

„Hier ist etwas, das du lange getragen hast. Jetzt darf es gehen.“

Der Körper spricht zuerst, lange bevor Worte möglich sind. Wenn er sprechen darf, öffnet sich oft ein ganzer Raum von Entlastung.

Die Mutterkraft

Die Lieder dieser Woche trafen mich tief:

„Halt mich, heilige Mutter…
Nähre mich…
Überall in mir bist du zu Haus…“

Ich verstand plötzlich, wie sehr ich mich nach einer inneren Mutterkraft gesehnt hatte, nicht nach Religion, sondern nach Urgeborgenheit.

Viele Menschen tragen diese Sehnsucht in sich, manchmal ohne zu wissen, wonach sie eigentlich suchen.

Der Wendepunkt

Am Abend vor dem Konzert war mein System erschöpft. Und doch wollte etwas in mir in die Kerzenkapelle.

Dort öffnete sich ein Raum, der mich trug.

Vor allem das Lied „Überall in mir bist du zu Haus“ war wie ein leiser Riss in der Wand der Schwere. In dieser Nacht fühlte ich mich zum ersten Mal seit langer Zeit genährt.

Going Home

Am letzten Morgen sangen wir:

„Going home – I’m going home with you.“

In diesem Moment wusste ich: Ich kehre nicht nur nach Hause zurück – ich kehre zu mir zurück.

Diese Rückkehr kenne ich auch aus meiner Begleitung mit Menschen: Der Moment, in dem spürbar wird, dass ein innerer Weg wieder frei wird.

Und danach?

Seit meiner Rückkehr spüre ich mehr Leichtigkeit, mehr Boden, mehr Verbundenheit.

Ein Frühstück, ein Gespräch, ein Spaziergang – alles trägt einen neuen Klang. Als hätte sich ein alter Mantel von mir gelöst.

Früher dachte ich:
„Das ist mir zu heilig, zu viel Gott.“

Heute weiß ich:
Ich habe nicht die Kirche gesucht – ich habe meine eigene Anbindung gefunden.

Genau darum geht es auch in meiner Wegbegleitung: Menschen Raum zu geben, damit sie wieder Zugang finden, zu sich selbst, zu ihrer inneren Kraft und zu ihrer Wahrheit. Schritt für Schritt.


Einladung ins gemeinsame Gehen

Wenn du selbst durch eine Zeit der Schwere, des Übergangs oder des Abschieds gehst, und jemanden brauchst, der an deiner Seite bleibt, begleite ich dich gern.

Mit Weite.
Mit Klarheit.
Mit Präsenz.
Mit dem Wissen, dass Rückkehr möglich ist – auch wenn der Weg dorthin noch verborgen scheint.

Melde dich einfach, wenn du jemanden brauchst, der ein Stück mit dir geht.