Es ist still geworden.

Nicht die nährende Stille.
Sondern die,
die entsteht,
wenn sich etwas zusammenzieht.

Lange habe ich das nicht bemerkt.

Ich war unterwegs.
Fleißig.
Suchend.
Voller Visionen.

Ich konnte es kaum erwarten,
dass sich im Außen endlich etwas bewegt.

Doch nichts geschah.

Oder vielleicht geschah alles –
nur anders,
als ich es erwartet hatte.

Ich verlor meinen Job.

Dann noch einen.
Und noch einen.

Ich machte weiter.

Tat,
was man eben tut.

Suchte nach Antworten.
Nach Stellschrauben.
Nach dem Was.

Was soll ich verändern?
Was muss ich anders machen?

Ich merkte nicht,
dass ich mich selbst dabei
immer wieder überging.

Mein Körper wusste es früher.

Er passte nicht mehr
in meine Schuhe.

Nicht mehr
in meine Kleidung.

Nicht mehr
in das alte Maß.

Dabei liebte ich das Wandern.
Den Wald.
Die Begleitung von Menschen.

Und doch wurde es enger.

Schritt für Schritt.
Atemzug für Atemzug.

Viele nennen diese Zeit verrückt.

Für mich war sie vor allem eins:

eng.

Mir fehlte die Luft.
Der Raum.
Die Bewegung.

Am Ende war da
eine Erstarrung.

Ungeplant.
Unaufhaltsam.

Und vielleicht
war genau das
nötig.

Denn im Nicht-mehr-Können
geschah etwas Unerwartetes.

Ich lernte Hingabe.

Nicht als Aufgeben.
Sondern als Lauschen.

Ganz leise
begann sich etwas zu regen.

Nicht als Idee.
Nicht als neues Konzept.

Sondern als feine Bewegung
im Körper.

Ein Schütteln am Morgen.

Eine Erinnerung
an bewegte Meditationen.

Ein Gedanke aus altem Wissen:
Ohnmacht wandelt sich,
wenn wir in Bewegung kommen.

Mein Körper
wusste das längst.

Jetzt spüre ich:

Das Neue kommt nicht,
weil ich es will.

Es kommt,
weil ich aufhöre,
es zu machen.

Es kommt
durch mich.

Noch ohne Namen.
Noch ohne Form.

Aber lebendig.

Vielleicht ist das meine Arbeit.

Räume zu öffnen,
in denen Bewegung wieder möglich wird.

Ohne Ziel.
Ohne Optimierung.
Ohne Erklärung.

Räume,
in denen Erstarrung
da sein darf.

Und sich dennoch
etwas erinnert:

die eigene Lebenskraft.

Ich weiß noch nicht,
wie das aussieht.

Aber ich weiß,
dass ich es nicht mehr
im Außen suchen werde.

Ich gehe diesen Weg.

Langsam.
Atemzug für Atemzug.

Und schaue,
was sich zeigen will.

In den letzten Tagen ist mir eine Nachricht mehrfach begegnet.
Beim ersten Lesen habe ich sie innerlich abgehakt, zu dramatisch, zu aufgeladen, zu sehr Schlagzeile.
Doch dann kam sie wieder. Und plötzlich war klar: Das ist kein fernes Geschehen. Es ist nah. Sehr nah.

Ein verletzter Wolf.
Ein kleines Dorf.
Ein verschneiter Wald.
Eine Kapelle.

Was wie eine symbolische Geschichte klingt, ist Realität. Und gerade deshalb hat sie etwas in Bewegung gebracht, nicht nur im Außen, sondern auch in mir.

Nicht das Ereignis selbst hat mich beschäftigt, sondern das, was daraus gemacht wurde.


Nicht das Ereignis – die Erzählung macht Angst

Wir leben in einer Zeit, in der viele Menschen innerlich angespannt sind.
Die Nerven sind müde, das Vertrauen brüchig.

Worte wirken.
Blut. Wolf. Tod. Nähe.

Sie greifen tief in alte Schichten.
Plötzlich wird der Wald – für viele ein Ort der Erdung, der Regulation, des Durchatmens – zu einem Raum, den man meidet.

Nicht, weil sich der Wald verändert hätte.
Sondern weil sich die Bilder in uns verändert haben.


Der Wolf war nicht die Gefahr

Was mir wichtig ist:
Der Wolf war nicht der Täter. Er war das verletzte Wesen.

Am Ende seiner Kraft.
Erschöpft.
Allein.

Er hat niemanden angegriffen.
Er war kein Symbol für Bedrohung, sondern für Verletzlichkeit.

Wölfe meiden Menschen.
Ein Rudel ist kein Angriffsszenario, sondern Teil eines lebendigen, sich selbst regulierenden Ökosystems.

Ein sterbendes Tier ist kein Warnsignal.
Es ist ein stiller Ausnahmezustand des Lebens.


Die Kapelle – ein Ort der Stille

Dass der Wolf in einer Kapelle gefunden wurde, lässt sich leicht überhöhen.
Mir ist etwas anderes wichtig.

Eine Kapelle ist vor allem ein Raum der Sammlung.
Ein Ort, den Menschen über Generationen als Schutzraum, Übergangsort, stillen Anker geschaffen haben.

Dass ein sterbendes Wesen dort endet, ist nicht romantisch.
Aber es berührt, weil es zeigt:
Manche Orte tragen noch.
Nicht als Zeichen.
Sondern als Atmosphäre.


Was uns wirklich erschreckt

Vielleicht ist es nicht der Wolf.
Vielleicht ist es nicht einmal der Tod.

Vielleicht ist es die Erinnerung daran,
dass Leben nicht kontrollierbar ist.
Dass Natur nicht nur sanft, sondern auch wahr ist.
Und dass wir verlernt haben, Übergänge zu halten – ohne Drama, ohne Schuld, ohne Angst.


Der Wald als Begleiter

Der Wald ist nicht gefährlicher geworden.
Er ist derselbe.

Ein Raum, der nichts will.
Der nicht fordert.
Der reguliert, wenn wir ihn lassen.

Gerade jetzt wäre er heilsam.
Gerade jetzt brauchen wir Orte,
die uns zurück in den Körper führen,
statt uns weiter aus ihm herauszuziehen.

Der Wald ist kein Angstraum.
Er ist ein Beziehungsraum.


Eine Einladung

Vielleicht ist das eine Einladung,
langsamer zu gehen.
Wacher zu lauschen.
Und den eigenen Schritt wieder zu spüren.

Nicht als Mutprobe.
Sondern als Rückkehr.


Zum Abschluss

Ich gehe in den Wald
nicht als Beute
und nicht als Herrscher.

Ich gehe als Teil des Lebens,
das hier atmet.


Was gesehen wurde, darf jetzt ruhen

Manchmal kündigt sich Wandel leise an. Nicht durch ein äußeres Ereignis, sondern durch eine Bewegung im Inneren.

Der Körper wird wacher.
Empfindsamer.
Durchlässiger.

Etwas beginnt sich zu lösen, noch bevor Worte dafür da sind.


Übergänge spüren

Zeiten des Abschieds öffnen oft mehr als einen einzelnen Moment. Sie berühren Vergangenes, holen Erinnerungen an die Oberfläche und lassen alte Räume noch einmal fühlbar werden.

Nicht alles zeigt sich im Denken.
Vieles geschieht im Körper.

Im Nervensystem. Im feinen Wahrnehmen dessen, was nicht mehr trägt und dessen, was lebendig bleiben will.

Manches wirkt nach, ohne dass es eine Geschichte braucht.


Würde und Raum

Abschied ist mehr als ein äußerer Akt. Er braucht Raum. Zeit. Und eine Form, die dem Übergang gerecht wird.

Wenn Rituale ihre Berührung verlieren, wird das im Inneren spürbar. Nicht als Bewertung, sondern als leises Wissen:

Hier fehlt etwas.

Vielleicht ist es Nähe. Vielleicht Würde. Vielleicht einfach Stille.


Alte Räume – neues Spüren

Vergangene Lebensräume müssen nicht neu betreten werden, um ihre Wirkung zu erkennen.

Begegnungen, Erinnerungen, unausgesprochene Verbindungen können auftauchen und wieder gehen.

Nicht alles will geklärt werden. Manches will gesehen werden und im eigenen Tempo integriert sein.


Dem Lebendigen folgen

Inmitten von Abschied zeigt sich oft auch das Leben selbst. Unscheinbar. Warm. Tragend.

Dort, wo nichts erwartet wird, entsteht manchmal das, was wirklich nährt.

Ich bin verbunden mit dem Lebendigen.

Ohne mich festzuhalten an dem, was nicht mehr mein Raum ist.


Mein Wirken

Vielleicht ist genau das der Kern meiner Begleitung:
Raum zu halten, ohne Drama.
Ich begleite Menschen in Übergangszeiten. Ruhig. Präsent. Ohne zu drängen.

Wenn Altes sich löst und Neues noch keine Form hat. Wenn der Körper spricht und Worte erst später kommen.

Meine Begleitung schafft Raum für Wahrnehmung, für Erdung und für das eigene innere Tempo.

Natur, Stille und Klang können dabei unterstützend wirken.

Manches muss nicht verstanden werden.
Es darf getragen sein.

Erinnern. Heimkehren. Das innere Licht neu gebären.


Der 1. Advent trägt für mich heute eine andere Bedeutung als früher. Ich habe diese Zeit einmal geliebt – warm, leuchtend, voller Vorfreude. Doch mit den Jahren hat sich etwas verändert. Nicht abrupt, sondern leise und schleichend. Vielleicht, weil ich immer deutlicher spüre, was diese Wochen eigentlich von uns wollen.

Denn wenn ich ehrlich bin: Die äußere Weihnachtswelt fühlt sich für mich inzwischen befremdlich an.

Hektik. Lichtermeere ab Ende November. Weihnachtsmärkte, überall Menschen im Außen. Ein Rennen von Termin zu Termin – und dann, wenn Weihnachten da ist, fällt man in ein Loch: erschöpft, gereizt, überfordert… und viele tief einsam.

Wir haben uns verirrt. Wir haben den Kern verloren.


Die Natur zeigt uns, was Advent wirklich ist

Während draußen alles heller und lauter wird, zieht sich die Natur zurück. Die Tage werden kürzer, die Nächte länger. Das Leben sinkt in die Wurzeln, wird stiller, dunkler.

Die Dunkelheit ist kein Fehler, sie ist der Weg.

Sie ist Schoßraum, Urweiblichkeit, Tiefe. Ein Raum des Ungeborenen. Ein Ort, an dem Neues entstehen kann.

Und genau diese Bewegung spüre ich auch in mir: Leiser werden. Rückzug. Loslassen von allem, was nicht mehr wahr ist.


Eine andere Adventsymbolik – der Weg nach innen

Was wäre, wenn wir den Advent einmal anders denken?

Nicht als „immer heller werden“, sondern als bewusste Reise in die Tiefe:

Am 1. Advent brennen alle vier Kerzen. Jede Woche wird eine weniger entzündet. Das Licht nimmt ab, so wie in der Natur.

Zur Wintersonnenwende am 21.12. erlöschen alle Lichter. Drei heilige Nächte der Stille. Drei Tage des Nichtwissens, des Fühlens, des Entstehens.

Erst in dieser Dunkelheit kann Licht neu geboren werden. Nicht im Außen. Im Herzen.


Christusbewusstsein – eine Geburt in uns

Wir sprechen von „Christusgeburt“ – und viele sehen darin ein äußeres Ereignis. Ein Kind, ein Stall, eine Geschichte von damals.

Doch die tiefere Wahrheit lautet:

Christusbewusstsein wird nicht draußen geboren – es entsteht IN uns.

Es ist kein Datum, sondern ein Bewusstseinszustand. Keine historische Erzählung, sondern ein inneres Erwachen. Ein Erinnern an das göttliche Licht im Menschen.

Und diese Geburt braucht Dunkelheit. Sie braucht Stille. Sie braucht den Mut, nach innen zu gehen.

Die Zeit, in der wir gerade leben, ruft uns genau dazu auf:

  • uns wieder zu erinnern
  • uns vom künstlichen Außen zu lösen
  • uns zu uns selbst zurückzufinden
  • unser inneres Licht zu aktivieren

Die Welt wirkt laut, chaotisch, verdreht, und gerade deshalb ruft sie uns in die Tiefe.


Die Einsamkeit – und der Wunsch nach echten Räumen

Zu Weihnachten ist die Einsamkeit vieler Menschen besonders spürbar. Nicht, weil sie allein wären, sondern weil der Zugang zum eigenen inneren Licht verloren ging.

Das berührt mich zutiefst.

Vielleicht ist es Zeit, diese alten Räume der Stille und des inneren Lichts wieder zu öffnen.

Räume, in denen wir nicht funktionieren müssen.
Räume, die uns zurückführen.
Räume, in denen etwas Neues entstehen darf.


Advent heißt für mich: Heimkehren

In die Dunkelheit.
In die Stille.
In das Wesentliche.
In mein Herz.

Nicht als Rückzug aus dem Leben, sondern als Rückkehr zu mir selbst.

Und vielleicht ist genau das der Ruf dieser Zeit: dass wir uns erinnern, fühlen und das Licht in uns neu gebären.


Einladung

Du musst diesen Weg nicht allein gehen.

Die Dunkelheit kann herausfordernd sein. Sie zeigt uns Themen, die im lauten Außen oft überdeckt werden. Sie führt uns zu Orten in uns, die gesehen werden wollen und manchmal braucht es jemanden, der mit uns durch diese Räume geht.

Ich öffne dafür einen geschützten Raum.
Einen Raum für Stille. Für Rückzug. Für innere Klärung. Für das Wiederfinden des eigenen Lichts.

Wenn du dir Begleitung wünschst, wenn du spürst, dass dich diese Zeit ruft, dann melde dich gerne bei mir.

Gemeinsam gehen wir den Weg zurück zu dir. Zurück ins Wesentliche. Zurück zum Licht in dir. ✨

Es gibt Zeiten, die sich nicht wie Alltag anfühlen, sondern wie ein innerer Weg.
Meine Woche in Kevelaer war genau so ein Weg, überraschend klar und tief.

Ein Faden, der ein Jahr früher begann

Vor einem Jahr war ich zum ersten Mal in Aachen, bei der True Voice Arbeit mit Mark Fox. Einige Teilnehmer erzählten von Assisi und von Kevelaer, Orten, zu denen ich damals keinerlei Bezug hatte.

Und doch blieb ein Lied an mir haften:

„Zurück zu mir, jetzt und hier.
Ich lasse meine Ängste los
und komm zurück zu mir…“

Monatelang begleitete mich dieses eine Lied. Die übrige Musik war mir damals zu „heilig“, zu nah an Kirche und Gott. Ich kaufte nur diesen einen Track.

Ein Jahr später lande ich mit Mark in Kevelaer. Und lege mich – ohne Widerstand, ohne Gedanken – in den Schoß der Heiligen Mutter. Das Leben webt manchmal lange Fäden, bevor wir erkennen, wohin sie führen.

Ankommen in der Schwere

Als ich in Kevelaer ankam, spürte ich sofort die Dichte: alte Mauern, lange Gänge, eine jahrhundertalte männliche Prägung. Ich war erschöpft, überfordert, fast abgeschnitten von meiner eigenen Leichtigkeit.

Erst später begriff ich: Ich war nicht hier trotz der Schwere – sondern wegen der Schwere.

Der innere Kreuzweg

Gleich am ersten Tag begegnete mir eine Reihe von Worten, die mich wie Pfeile trafen:

Einsaat – Empfängnis – Zuwendung – Schicksal – Verstrickung – Randgruppe – Ohnmacht – Entmachtet – Entwürdigt – Aussichtslos – Durchkreuzt – Aufgegeben

Ich erkannte darin kein kirchliches Bild, sondern ein inneres Echo. Mein System sagte: „Genau das kenne ich. Genau hier gehe ich gerade hindurch.“

Diese Worte beschreiben nicht nur einen religiösen Kreuzweg, sondern auch innere Wege, die Menschen in Umbrüchen, Trauerzeiten oder Krisen durchwandern. Genau das begegnet mir auch in meiner Arbeit: Der Moment, in dem das Außen plötzlich zum Spiegel des Innen wird.

Klang, Körper und Erinnerung

In der Klangmeditation zeigte sich mein Körper deutlicher als jede Einsicht. Meine Beine schmerzten, als wollten sie sagen:

„Hier ist etwas, das du lange getragen hast. Jetzt darf es gehen.“

Der Körper spricht zuerst, lange bevor Worte möglich sind. Wenn er sprechen darf, öffnet sich oft ein ganzer Raum von Entlastung.

Die Mutterkraft

Die Lieder dieser Woche trafen mich tief:

„Halt mich, heilige Mutter…
Nähre mich…
Überall in mir bist du zu Haus…“

Ich verstand plötzlich, wie sehr ich mich nach einer inneren Mutterkraft gesehnt hatte, nicht nach Religion, sondern nach Urgeborgenheit.

Viele Menschen tragen diese Sehnsucht in sich, manchmal ohne zu wissen, wonach sie eigentlich suchen.

Der Wendepunkt

Am Abend vor dem Konzert war mein System erschöpft. Und doch wollte etwas in mir in die Kerzenkapelle.

Dort öffnete sich ein Raum, der mich trug.

Vor allem das Lied „Überall in mir bist du zu Haus“ war wie ein leiser Riss in der Wand der Schwere. In dieser Nacht fühlte ich mich zum ersten Mal seit langer Zeit genährt.

Going Home

Am letzten Morgen sangen wir:

„Going home – I’m going home with you.“

In diesem Moment wusste ich: Ich kehre nicht nur nach Hause zurück – ich kehre zu mir zurück.

Diese Rückkehr kenne ich auch aus meiner Begleitung mit Menschen: Der Moment, in dem spürbar wird, dass ein innerer Weg wieder frei wird.

Und danach?

Seit meiner Rückkehr spüre ich mehr Leichtigkeit, mehr Boden, mehr Verbundenheit.

Ein Frühstück, ein Gespräch, ein Spaziergang – alles trägt einen neuen Klang. Als hätte sich ein alter Mantel von mir gelöst.

Früher dachte ich:
„Das ist mir zu heilig, zu viel Gott.“

Heute weiß ich:
Ich habe nicht die Kirche gesucht – ich habe meine eigene Anbindung gefunden.

Genau darum geht es auch in meiner Wegbegleitung: Menschen Raum zu geben, damit sie wieder Zugang finden, zu sich selbst, zu ihrer inneren Kraft und zu ihrer Wahrheit. Schritt für Schritt.


Einladung ins gemeinsame Gehen

Wenn du selbst durch eine Zeit der Schwere, des Übergangs oder des Abschieds gehst, und jemanden brauchst, der an deiner Seite bleibt, begleite ich dich gern.

Mit Weite.
Mit Klarheit.
Mit Präsenz.
Mit dem Wissen, dass Rückkehr möglich ist – auch wenn der Weg dorthin noch verborgen scheint.

Melde dich einfach, wenn du jemanden brauchst, der ein Stück mit dir geht.

Altes Wissen, Staunen und Freude im Wald


Ein Ruf aus dem Boden

Manchmal führt uns das Leben auf Wege, die wir gar nicht geplant hatten und plötzlich stehen wir mitten im Wald, umgeben von feuchter Erde, Moos und dem Duft nach Neubeginn.

Die Pilze, kaum sichtbar, wie kleine Geheimnisse im Laub, rufen leise: Schau mich an. Entdecke mich. Staune.

Wir tasten uns heran, sammeln vorsichtig ein paar Exemplare, versammeln uns wieder, vergleichen, riechen, fühlen, lachen über unsere Unsicherheit, versuchen, die Pilze zu bestimmen, neugierig, spielerisch, offen.

Frauen, die vorher nie Pilze wahrgenommen haben, stehen plötzlich neben mir, sind gerufen, staunend, mit funkelnden Augen.


Begegnung mit dem alten Wissen

Vor Jahren nahm ich an einer Pilzwanderung teil. Der Leiter war ein älterer Mann, ein „Hüter des Wissens“, der seinen Platz kaum abgeben wollte. Alles wirkte streng, kontrolliert, als wäre das Wissen vorwiegend Männern vorbehalten.

Ich spürte sofort: hier komme ich nicht hinein. Wir sammelten, drehten uns im Kreis, er murmelte „Giftig! Giftig!“ und warf die meisten Pilze weg. Die Freude am Entdecken blieb außen vor, hier ging es um Besitz, nicht ums Staunen.

Jahre später erinnerte mich ein Spaziergang daran, wie dieses Wissen verdreht und verborgen wurde. Und jetzt spüre ich: es darf wieder lebendig werden, freudvoll, spielerisch, gemeinsam.


Der Lehrer der neuen Zeit

Ein junger Mann, angehender Grundschullehrer, begegnete mir einige Jahre später. Er sah die Pilze nicht als Objekte, sondern als Teil eines lebendigen Netzwerks.

Von ihm lernte ich: nicht aus Angst vor Fehlern, sondern aus Freude am Entdecken, aus Staunen, aus Verbundenheit. Gemeinsam gingen wir langsam durch den Wald, blieben stehen, beugten uns über kleine Hügel, riechen, fühlen, vergleichen, lachen über Unsicherheiten.

So entstand ein Raum, in dem Neugier und Freude das Lernen bestimmten, ein kleiner Vorgeschmack auf das, was möglich ist, wenn wir alte Regeln loslassen.


Pilze, Netzwerke und der Ruf der Sterne

In einer Nacht träumte ich von den Pilzen. Sie zeigten mir Wege, die ich vorher nicht gesehen hatte, ein Netz, weit und filigran, verbunden wie die Sternbilder über uns.

Ich erinnerte mich an das Wassermannzeitalter, das Zeitalter der Vernetzung. Die Pilze, so klein und doch so mächtig, zeigten mir, wie Verbundenheit funktioniert: Jeder Teil achtet auf den anderen, teilt Nahrung, unterstützt die Gemeinschaft.

Am Morgen war meine Begeisterung so groß, dass ich Freundinnen ansteckte. Wir nahmen an einer privaten Pilzwanderung teil: Staunen, vergleichen, riechen, lachen, miteinander bestimmen und spürten, dass wir Teil dieses lebendigen Netzwerks waren, so wie die Pilze selbst.


Begeisterung, die überspringt

Ich besuchte meine Freundin, wir trafen uns abends zum Essen. Ich brachte einen Riesen-Steinpilz mit, den ich im Wald gefunden hatte, und erzählte von meinen Pilzwanderungen, von der Freude, die mich erfüllt, auch ohne dass ich mich „richtig“ mit Pilzen auskenne.

Jetzt trifft es sich wieder: Sie wird gerade von jedem Pilz gerufen, und plötzlich verstand sie meine Begeisterung so tief wie nie zuvor. Wir staunen, lachen, vergleichen, entdecken und ich spüre, wie ihre Freude auf mich überspringt, mein eigenes Staunen noch heller macht.


Vom alten Patriarchat zum lebendigen Netzwerk

Es ist ein kleiner Wandel: vom alten Mann, der Wissen bewachte und kontrollierte, hin zu uns Frauen, die sich verbinden, staunen, lachen, lernen. Wir teilen das alte Wissen wieder, nicht als Besitz, sondern als Erfahrung, Freude und Verbundenheit.

Die Pilze flüstern in die Erde, unter Moos und Laub, über Wurzeln und Netzwerk.
Wer lauscht, wird erinnert: Wir können uns wieder verbinden mit der Erde, miteinander, mit uns selbst.


Einladung

Wenn dich dieser Text berührt und du Interesse hast, die Freude an Pilzen und Naturerlebnissen selbst zu entdecken, melde dich gern bei mir. Ich freue mich, von dir zu hören!

Wenn Räume für Stille und Bewusstsein sich öffnen, geschehen Begegnungen, die uns lehren, was wir selbst noch nicht erkennen können. Momente, in denen das Leben spricht: leise, klar, wahr.


Ein Zeichen von Mitgefühl im Arbeitsumfeld

Eine solche Begegnung durfte ich kürzlich begleiten, in einem Team, das sich zwischen Fürsorge, Überforderung und Erneuerung bewegte.
Was zunächst als Seminar zum Thema „Umgang mit Trauer und Tod“ geplant war, wurde zu etwas Tieferem: einem Raum gelebter Mitmenschlichkeit. Einem Atemzug Leben. Einfach echt.

Vielleicht war das eigentliche Geschenk dieser Situation das stille Zeichen des Lebens: Einladung zur Achtsamkeit.

Als eine Mitarbeiterin erkrankte, reagierte das Umfeld mit großer Anteilnahme. Man wollte helfen, entlasten, Lösungen finden. Doch gleichzeitig zeigte sich, wie sehr alle Beteiligten bereits am Limit waren. Nicht aus Gleichgültigkeit, sondern aus einem alten Muster heraus: weitertragen, funktionieren, aushalten.

Das Leben selbst lud ein, Verantwortung neu zu verstehen, nicht nur füreinander, sondern auch für sich selbst.


Räume, in denen alles sein darf

(Ein Erfahrungsweg durch Trauer, Stille und innere Bewegung)

Die ersten beiden Termine fanden zeitnah statt, der dritte ließ auf sich warten. Zu groß war die Erschöpfung, zu dicht die Anforderungen des Alltags. Auch das war Teil des Prozesses: gute Absichten, aber wenig Raum für das, was wirklich gebraucht wird.

In meiner Begleitung geht es nie darum, Lösungen zu präsentieren oder Wege vorzugeben. Es geht darum, Räume zu öffnen, in denen alles da sein darf: Trauer, Überforderung, Erschöpfung, Unsicherheit. Ohne Druck. Ohne Bewertung.

Ich stelle Fragen, die einladen, nach innen zu lauschen:

Was brauche ich gerade?
Wo setze ich meine Grenzen?
Was nährt mich wirklich?

Allein dieses bewusste Innehalten verändert oft schon etwas.
Das System atmet auf. Ein erster Schritt wird möglich, nicht aus Pflicht, sondern aus innerer Klarheit.


Ein Moment am Wasser

Während einer gemeinsamen Naturzeit geschah einer dieser stillen, unscheinbaren und doch so tiefen Momente.

Wir standen an einem kleinen Wasserfall, das Rauschen umhüllte uns wie ein Mantel aus Klang.

Und plötzlich begannen Tränen zu fließen. Nicht laut. Nicht erklärend. Einfach da, wie das Wasser selbst.

Wir setzten uns, lauschten dem Fließen, dem Atmen der Erde. Ich fragte leise, ob es in Ordnung sei, ihre Hand zu halten. Sie nickte.

So saßen wir da, zwei Menschen, verbunden im Rauschen, im Schweigen, im Heiligen dieses Augenblicks.

Eine gefühlte Ewigkeit floss dahin. Und mit ihr ein Stück alter Schmerz, hinab in den Fluss des Lebens.

In solchen Momenten wird spürbar, was es wirklich heißt, Trauer zu begleiten: nicht mit Worten oder Konzepten, sondern mit offenem Herzen, mit Stille, mit einem einfachen Dasein.

Hier offenbart sich, was Heilung sein kann: ein gemeinsames Atmen im Rhythmus des Lebens.


Im Fluss des Lebens

Diese Begegnung am Wasser hat mir einmal mehr gezeigt: Trauer ist kein Zustand. Sie ist Bewegung. Fluss. Wandlung.

Die Herausforderung liegt nicht nur beim Einzelnen, der erschöpft oder traurig ist, sondern oft auch im ganzen System.
Teams, Familien, Gemeinschaften, überall, wo Menschen füreinander da sind, kann Überforderung entstehen, wenn Grenzen verloren gehen.

Wahre Kraft entsteht, wenn das Bewusstsein sowohl auf das Individuum als auch auf das gemeinsame Feld gerichtet ist.

Wenn alle Beteiligten spüren dürfen, wo ihre Energie gebraucht wird und wo sie sich selbst schützen dürfen.


Reflexionsfragen für Teams und Führungskräfte

  • Wo übersehe ich meine eigenen Grenzen, während ich für andere da bin?
  • Was brauchen wir wirklich, um Kraft und Leichtigkeit zu spüren?
  • Wie können wir Räume schaffen, in denen jede*r gesehen wird, ohne dass Überlastung entsteht?

Wenn solche Räume bewusst geöffnet werden, kann etwas Neues entstehen, langsamer, echter, menschlicher. Oft genau dann, wenn wir aufhören, alles kontrollieren zu wollen.

Denn manchmal zeigt sich:

Der Raum, den wir halten, ist das größte Geschenk.
Und daraus wächst alles Weitere – von selbst.


Mein Angebot

Ich begleite Menschen, Teams und Organisationen in Zeiten von Wandel, Verlust und Neuorientierung.

Trauer zeigt sich nicht nur, wenn ein Mensch geht, sondern auch, wenn Gewohntes sich verändert, Pläne sich auflösen oder Identität sich wandelt.

In solchen Momenten braucht es Räume, in denen Erschöpfung, Unsicherheit und Neubeginn gleichermaßen Platz haben.

Wenn wir uns erlauben, innezuhalten und zu lauschen, kann sich etwas Neues zeigen, langsamer, echter, menschlicher.

Vielleicht ist genau das der Anfang von Wandel:
Ein Moment des stillen Erkennens, mitten im Fluss des Lebens.

Manchmal zeigt das Leben seine Botschaften auf leise, unscheinbare Weise.
Ein Tropfen hier, ein Rinnsal dort – und plötzlich öffnet sich ein Raum für Erkenntnis.

Vor einigen Tagen entdeckte ich in meiner kleinen Küche etwas, das mich tief berührte:
Unter der Spüle war alles nass. Der Boiler hatte ein Leck, das offenbar schon länger da war. Das Wasser war still versickert, kaum sichtbar, aber stetig. Erst jetzt, da ich genauer hinsah, zeigte sich das Ausmaß.

Und während ich das aufwischte, wurde mir bewusst: So ist es auch im Leben.
Manches sickert leise ein, unbemerkt, bis ein Moment kommt, in dem wir nicht mehr wegsehen können.


Vom Funktionieren zum Fühlen

Meine Wohnung, liebevoll „Ferienwohnung“ genannt, war lange Zeit mein Rückzugsort.
Früher war ich ständig unterwegs – im Beruf, in Aufgaben, im Außen. Ich wusch meine Wäsche bei meiner Mama, kochte selten, war meist auf Tour. Es funktionierte alles – irgendwie.

Erst als ich ruhiger wurde, begann ich, diesen Raum wirklich zu bewohnen.
Ich renovierte, gestaltete um, ließ Neues entstehen – und mit jeder Veränderung kam ich mir selbst ein Stück näher.
Doch im Inneren blieb noch vieles unaufgeräumt: alte Routinen, unausgesprochene Verletzungen, unentdeckte Wünsche.


Das Leck unter der Spüle

Als ich das Wasser unter der Spüle entdeckte, war da kein Ärger – nur Stille.
Ich sah das, was ich lange übersehen hatte. Und plötzlich verstand ich:
Das, was tropft, will gesehen werden.
Nicht, um es zu verurteilen, sondern um es zu heilen.

Das Wasser hatte unbemerkt seinen Weg gefunden – wie Emotionen, die sich ihren Ausdruck suchen, wenn sie zu lange gehalten wurden.
Und so wurde dieses kleine Leck für mich zu einem Symbol.

Wo Wasser fließt, beginnt Heilung.
Weil es reinigt, bewegt, löst.
Weil es uns zeigt, dass nichts ewig festhalten kann, was in Bewegung kommen will.


Loslassen und neu beginnen

Ich bat meinen Papa um Hilfe. Mit seinen 83 Jahren kam er sofort – so wie er das immer tut.
Und während er reparierte, fühlte ich: Alles fügt sich.

Manchmal zeigt sich das Neue erst, wenn etwas Altes bricht.
Das kaputte Holz unter der Spüle erinnerte mich an alte Strukturen, die nicht mehr tragen.
Man kann sie flicken – oder man kann sie loslassen.

Ich wähle das Loslassen.
Denn ich spüre, dass Heilung nicht im Festhalten liegt,
sondern im Vertrauen in den Fluss des Lebens.


Wenn etwas in Bewegung kommt

Manchmal zeigt uns das Leben genau dort,
wo wir es am wenigsten erwarten,
was in uns selbst in Bewegung kommen möchte.

In meinem Fall war es – ganz unspektakulär – die Spüle in meiner kleinen Küche.
Doch mit der Zeit wurde sie Spiegel meines Lebens.

So wie ich selbst, trug auch dieser Raum Spuren von Übergängen,
von Provisorien, von Lösungen, die „erst mal“ funktionieren sollten.
Hier zeigt sich im Außen, was ich innerlich schon lange spüre:
Was über Jahre still getropft ist – alte Verletzungen, ungesagte Worte,
die Verantwortung, die ich getragen habe, ohne gefragt zu werden.

Das Nicht-Hinschauen, weil es scheinbar einfacher war.
Und jetzt, wo so vieles in meinem Leben neu entsteht, durfte auch das sichtbar werden.

Das Wasser, das durchsickert, wurde zu einem Symbol –
für all das, was ich nicht länger verdecken muss.
Für das, was heilen darf, wenn es Licht und Aufmerksamkeit bekommt.

Vielleicht ist das die wahre Kunst des Lebens:
Nicht alles perfekt zu haben – sondern zu erkennen,
was uns etwas zeigen will, wenn etwas zu tropfen beginnt.


Meine Einladung

Wenn du dich selbst in einer Zeit des Übergangs befindest –
wenn Altes bricht und Neues noch nicht sichtbar ist,
lade ich dich von Herzen ein, dich begleiten zu lassen.

In Zeiten von Wandlung, Abschied und Neubeginn öffne ich Räume für Stille,
inneres Lauschen und das Wiederfinden deiner eigenen Wahrheit.

Der Ruf des Lebens

Manchmal ruft das Leben – leise, fast unmerklich – und wir spüren, dass etwas in uns sich verändern will.
Ich habe lange gebraucht, um diesen Ruf zu hören. Oft kam er als Bruch, als Verlust, als leises Unwohlsein in einem Leben, das von außen gut aussah.
Heute weiß ich: Jeder dieser Momente war ein Geschenk.
Ein Schritt auf meinem Weg zu mir selbst – hin zu mehr Wahrheit, Freiheit und Vertrauen.

Dieser Text ist mein Dank an diesen Weg und eine Ermutigung an all jene, die spüren: Da ist noch mehr.


Loslassen – der erste Schritt

2006 endete eine Beziehung, die nach außen hin stabil wirkte, innen aber längst keine Wahrheit mehr trug.
Es war nicht nur eine Trennung von einem Menschen, sondern von einem Lebensbild, von übernommenen Rollen, von Anpassung.

Ich wusste damals nicht, wie Beziehung wirklich geht – ich kannte nur das harmonische Bild aus meiner Kindheit, das bei genauerem Hinsehen bloß Fassade war.
Mit dem Loslassen kam eine Leere, aber auch ein leiser Anfang.

Ich fühlte mich ohnmächtig, klein, voller Angst, nicht bestehen zu können.
Und doch begann ich zu laufen – erst sprichwörtlich weg, dann Schritt für Schritt zu mir hin.
Das Laufen gab mir Kraft, bis sich neue Türen öffneten.
Ich fand Arbeit, ich fand Halt – und ich fand den Mut, meinem inneren Ruf zu folgen.


Aufbrechen – dem eigenen Ruf vertrauen

2009 stand ich auf dem Gipfel des Kilimandscharo.
Der Wunsch, dorthin zu gehen, war Jahre zuvor geboren, und er wurde zu meinem Symbol des Vertrauens:
Ich kann meinen Weg gehen, auch wenn ich den Ausgang nicht kenne.

Dieser Berg war kein Fluchtort, sondern ein Tor – hin zu einer neuen inneren Weite.

Später reiste ich weiter, entdeckte neue Länder, aber noch mehr mich selbst.
Ich kehrte zurück zur Natur, in der ich als Kind so viel Zeit verbracht hatte.
Die Wege, die ich früher nur durchwandert hatte, wurden zu Lehrern.
Ich begann, andere Menschen mitzunehmen, sie für das Draußen, für Bewegung und Begegnung zu begeistern.

Doch irgendwann spürte ich: Auch das war nur eine Zwischenstation.


Reduzieren – getragen ohne Gepäck

2018 flog ich mit einer Reisegruppe nach Georgien.
Mein Gepäck kam nicht an.
Und doch begann genau da eine andere Art von Reise – ohne Ballast, ohne Sicherheiten, nur mit dem, was ich bei mir trug.

Ich spürte, wie sehr mich das Leben trägt, wenn ich vertraue.
Das fehlende Gepäck wurde zum Sinnbild:
Alles, was ich wirklich brauche, ist schon da.


Ankommen – das Paradies ist hier

Heute – viele Jahre und viele Wege später – weiß ich:
Es ging nie um Reisen, Gipfel oder Ziele.
Es ging um das Heimkommen – zu mir selbst, in die Natur, ins Leben.

Ich brauche kein Haus, keinen Titel, kein Gepäck, um vollständig zu sein.
Ich lebe, was ich bin.


Begleitung auf dem Weg

Jeder Weg ist einzigartig – und doch führen sie alle zurück zu uns selbst.
Ich begleite Menschen, die im Wandel stehen und sich nach einem wahrhaftigen Miteinander sehnen.
Vielleicht begegnen wir uns auf einem Stück deines Weges.

Engel

Im November war ich zum ersten Mal in Aachen und besuchte ein True Voice Seminar.
Obwohl für mich schon länger klar ist, dass ich keine Lehrer mehr brauche, zog es mich dorthin – vielleicht, weil ich kurz zuvor meine Ausbildung zur Heilsamen Singleiterin abgeschlossen hatte.
Ich hatte zuvor nie gesungen, und doch berührte dieses heilsame Singen etwas ganz Tiefes in mir.


Mein Licht in Dir

Das Singen bringt Freude und Leichtigkeit mir.
Mein Herz beginnt leise zu springen.
Ich öffne ganz vorsichtig die Herzenstür
und sehe das Licht und die Liebe in mir.
Das Licht gibt mir Klarheit und Fülle.
Ich trage das Licht in die Welt hinaus
und fühl nun die Liebe auch in Dir.


Katharina, die uns durch die Ausbildung begleitete, war sozusagen die Hebamme dieses Liedes.
Ich hatte keine Ahnung von Musik oder Noten – und doch wurde dieses Lied geboren.


In unseren Gesprächen sagte ich, dass es mir in der Gruppe leichtfällt zu singen, im Alltag aber kaum etwas aus mir klingt.
Sie empfahl mir, einmal zu Mark Fox zu gehen.
So kam ich zu True Voice – ohne zu wissen, was und wer mich dort erwartet.


Wir waren nur acht Menschen in einer Kirche, die zugleich Wohnhaus und Seminarraum von Mark und Angelika war.
Nach dem Ankommen sprach Mark das, was gerade ausgesprochen werden wollte – schon seine Worte berührten mich.
Dann begann die True-Voice-Arbeit:

„Die wahre Stimme zeigt sich dann, wenn etwas Wahrhaftiges geschieht.“


Der Klang der befreiten, wahren Stimme ist ein Ausdruck unserer Kraft, Liebe und Wahrheit.
Mit seiner Arbeit und seinen Mantras inspiriert Mark Fox Menschen, ihre Urstimme neu zu entdecken und mit der Tiefe ihres wahren Selbst in Kontakt zu treten.

Es war zutiefst berührend – jede einzelne Prozessarbeit, jedes Gebet, jeder Klang.
Zwischendurch wurde gesungen, und immer wieder sprach Mark Worte, die mitten ins Herz trafen.


Einige Teilnehmer erzählten begeistert von den Retreats in Assisi und Kevelaer.
Damals dachte ich noch: Assisi? Das ist nichts für mich.


Doch über den Winter nahm ich an Marks Online-Angebot, der Mantra-Oase, teil.
Ich erwartete einfach ein paar meditative Abende – doch wieder wurde ich tief berührt.
Besonders seine Worte, die ich oft mehrmals hörte, um Schicht für Schicht tiefer zu verstehen.


An Ostern entschied ich mich, erneut ein Seminar zu besuchen – diesmal mit dem Schwerpunkt Healing Words.
Ich reiste am Karfreitag in großer Stille an. In mir klang das Lied: „In die Stille führt der Pfad.“


Während des Seminars fiel mir ein wunderschöner Engel auf, der in der Mitte des Kreises lag.
Auf seiner Rückseite stand:

„Seelenstups – Der Engel der heutigen Zeit bringt Licht und Wärme in dein Herz. Spüre diese Freude.“


Seine Präsenz begleitete mich durch das ganze Wochenende.
Als ich am Ende des Seminars mein Gebet sprach, saß Mark neben mir, und der Engel war in diesem Moment ganz bei mir.


Mein Gebet – Healing Words, Ostern 2025

Hier ist sehr viel Stille und sehr viel Tiefe. Hilfe, Hilfe, rette sich wer kann…
Hier ist auch ein Brunnen mit einer unendlichen Tiefe, und wer auch immer da hineinfällt, hat wenig Chancen.
Es ist entweder Tod oder Erleuchtet.
Es gibt wenig Zwischenraum in diesem Brunnen.

Lieber Gott, ich bin Dein Brunnen auf Erden.
Was ich gelernt habe über die Jahre: Ich kann mit meiner Tiefe besser umgehen als viele Menschen um mich herum.
Wenn es eine Schwierigkeit gibt, dann oft, weil andere mit meiner Tiefe nicht umgehen können.
Aber ich bin hier zu Hause. Für mich ist das kein Problem.
Ich sage den Menschen: Entdeckt eure eigene Tiefe, nehmt mich als Vorbild.
Ihr müsst nicht oberflächlich leben.
Ihr dürft die Tiefe in euch selbst entdecken.

Und auch hier tut die Bewegung gut – vor allem die Bewegung in Richtung Schwesternschaft.
Es gibt Schwestern, die verstehen das, die halten diese Tiefe mit. Das ist mein Stamm.
Da bin ich zu Hause.

Und hier, in meinem Gebet, will sich etwas auflösen. Die Befreiung ruft – und ich bin hellhörig.
Es ist ein Alles-oder-Nichts-Ding, keine Dramatik, sondern eine klare Erkenntnis:
Was will ich behalten – und was nicht?

Lieber Gott, kann ich es mir leisten, hier zu sein – mit Null Vergangenheit?
Ich will Ja dazu sagen.
Denn nichts bleibt mehr kleben.
Ich sitze hier so frei, so gelöst, so glücklich.

Kann ich mit so viel Freiheit leben?
Ja, ich will es lernen.
Oh Gott, rette mich nicht – ich löse mich auf und ich stehe auf in eine befreite, leuchtende, ekstatische Wahrheit.

Hier bin ich. Das Juwel in der Lotusblume ist erwacht und geht nicht mehr zurück.

Amen.


Am Ostersonntag feierten wir die Agape:

„Ich bin das Brot des Lebens, durch mich wird alles gegeben.“

Was für ein Fest.
Ich bin katholisch aufgewachsen und kenne die Feiertage – aber ein so intensives Osterfest, mit Tod und Neuanfang zugleich, hatte ich noch nie erlebt.
Die Menschen dort trugen eine Tiefe in sich, die mir im Alltag selten begegnet.

Beim Abschied schenkte mir eine Teilnehmerin genau jenen Engel, der mich das ganze Wochenende über begleitet hatte.
Ich war zu Tränen gerührt.


Begegnung mit der Engelmalerin

In Assisi begegnete ich Simone – der Frau, die meinen Engel gezeichnet hat.
Jenen Engel, der mir an Ostern begegnete und mich das ganze Wochenende hindurch begleitete.

Während eines Seelengebets in der Gruppe erzählte Simone, wie alles begann:
Eines Tages zeigte sich ihr ein Engel, der in die Welt wollte.
Am nächsten Tag kam wieder einer. Und noch einer.
Sie begann, sie zu malen – intuitiv, liebevoll, jeder einzigartig.
Mit der Zeit wurden es immer mehr, und inzwischen kommt sie kaum noch nach mit dem Malen.

Ihre Geschichte berührt mich tief.
Sie zeigt, dass es zwischen Himmel und Erde so viel mehr gibt, als wir sehen können – und dass jeder Mensch seinen eigenen Weg hat, dieses „Mehr“ sichtbar zu machen.


Etwas in mir erinnerte sich in diesem Moment – an die feine Verbindung zwischen Himmel und Erde, an die stille Kraft des Gebets, die längst in mir wohnt.

Erst zu Hause, als ich über all das nachspürte, wurde mir klar, was sich zeigen wollte:
Nicht irgendwo dort draußen, sondern in mir selbst ist dieser Raum,
in dem das Gebet geschieht – leise, klar, verbunden.
Und in dieser Stille durfte ich meinen Engel erkennen.


Begleitung in Wandlungszeiten

Es gibt Momente, in denen wir selbst in einer Übergangsphase stehen – zwischen Abschied und Neubeginn, Stille und Aufbruch.

Aus dieser Tiefe begleite ich Menschen auf ihrem Weg zurück in die eigene Stimme, in die Stille, ins Vertrauen.
Mit Achtsamkeit, Gebet, Natur und innerem Lauschen.
Damit sich das, was in dir aufbrechen möchte, in Frieden wandeln darf.

Manchmal beginnt Heilung einfach mit dem Lauschen – und manchmal begegnet uns ein Engel, der uns sanft den Weg weist.