Manchmal spüren wir tief in uns den Wunsch, aus dem Alltag herauszutreten – nicht weit weg, sondern hinein in etwas Ursprüngliches.
Eine Nacht im Wald kann zu so einer Schwelle werden: ein Ort, an dem Zeit keine Rolle spielt, an dem Stille und Natur uns daran erinnern, wie wenig wir brauchen, um ganz bei uns zu sein.
Diese Geschichte erzählt von einer solchen Auszeit – 28 Stunden eingetaucht in Wald und Weite, in denen nicht nur der Körper, sondern auch die Seele aufatmen durfte.


Ein Wunsch, der reifen durfte

Vor einiger Zeit entstand der Wunsch, gemeinsam eine Nacht im Wald zu verbringen – ohne Ziel, ohne Eile, einfach draußen sein, lauschen, atmen. Der August-Vollmond rückte näher, und irgendwann war klar: Jetzt ist der richtige Moment.


Ankommen im eigenen Rhythmus

Mit leichtem Gepäck und einem offenen Herzen fahre ich in den Hunsrück. Schon die Ankunft tut gut: tiefer Wald, klare Luft, weite Stille.
Ich gönne mir eine erste Nacht allein unter den Bäumen, bevor das gemeinsame Abenteuer beginnt.


Die Last ablegen

Ein hölzerner Balken mit der Aufschrift „Hier leg ab die Last von deinen Schultern…“ begrüßt uns auf dem Weg – eine poetische Einladung zum Innehalten und Loslassen. Von hier führen schmale Pfade und Waldwege hinein in eine Landschaft, die sich immer wieder neu öffnet und überrascht.


Der Spiegelbaum – ein Dialog aus Licht

Zwischen den Bäumen taucht ein Kunstwerk auf, das berührt: ein abgestorbener Baum, „wiederbelebt“ durch 66 kleine Spiegel. Sie fangen Licht und Farben der Umgebung ein, spiegeln Himmel, Blätter und Gesichter. Ein stilles Mahnmal – und zugleich ein Dank an das Leben, das einmal in diesem Baum pulsierte.


Wasser, das trägt

Der Weg führt weiter entlang des Sauerbornbächelchens zum Heilbrünnchen mit seiner kleinen Kapelle. Die Kühle des Wassers lädt ein, Hände und Füße einzutauchen, zu verweilen.
An der naturnahen Raststation „Rutsch“ gönnen wir uns eine Pause, füllen Flaschen und lassen die Gedanken treiben.


Schlafplatz zwischen jungen Eichen

Statt einem festen Plan folgen wir den Impulsen des Moments. Vom Tal zieht es uns den Hang hinauf. Oben öffnet sich ein Aussichtsplateau mit weiter Sicht – wir atmen tief ein, lassen den Blick schweifen.
Ein Stück weiter finden wir zwischen jungen Eichen den Platz für die Nacht. Der Wald hüllt uns ein, die Stille trägt.


Frühstück mit Eidechsen

Der neue Tag beginnt gemächlich. Frühstück mit Aussicht – Eidechsen sonnen sich neben uns, als wollten sie Gesellschaft leisten. Wir lassen den Blick in die Ferne wandern, bevor wir den Rückweg antreten.


Heimwärts mit Herz

Über schattige Waldpfade und entlang des rauschenden Baches geht es zum Aussichtspunkt mit dem weißen Kreuz, weiter zum Naturdenkmal „Waldgeist“ und schließlich zum Eifelblick. Jeder Schritt zurück ist zugleich ein Schritt tiefer in die Dankbarkeit für das Erlebte.


Eine Rückkehr

Manchmal braucht es kein Flugticket, keine fernen Strände und kein perfekt geplantes Programm.
Manchmal genügt eine Nacht unter freiem Himmel – und das leise Rauschen der Blätter, das wie eine Decke aus Klang über einen fällt.

Ich dachte daran, wie viele Menschen das ganze Jahr funktionieren, um zwei Wochen Urlaub in der Ferne zu verbringen – als wäre das die einzige Zeit, in der man wirklich lebt.

Aber was, wenn der Sommer mehr kann?
Was, wenn er nicht nur eine Pause vom Alltag ist, sondern eine Einladung, sich neu auszurichten – mitten im Leben, mitten im Jahr?

Diese Nacht im Wald war für mich genau das: keine Flucht, sondern eine Rückkehr.
Zur Stille.
Zu mir selbst.
Zu einer Freiheit, die nicht am Kalender hängt.

Als am Morgen die ersten Sonnenstrahlen durch das Blätterdach fielen, war ich erfüllt von einer tiefen Dankbarkeit. Für das einfache Sein. Für das Wissen, dass solche Momente jederzeit möglich sind – ohne dass man auf den nächsten Urlaub warten muss.


Einladung ins Draußensein

Diese Nacht unter dem Blätterdach war nicht nur ein persönliches Erlebnis, sondern auch eine Einladung:
Eine Einladung an dich, dir selbst Zeit im Draußensein zu schenken. Ohne Plan, ohne Eile – nur mit der Bereitschaft, zu lauschen, zu atmen und dich vom Klang des Waldes tragen zu lassen.

Eine Teilnehmerin schrieb mir danach:

„Die Wald-Zeit klingt wunderbar in mir nach. Ich bin so dankbar für dieses Walderlebnis-Abenteuer. So neu und doch so vertraut. Im Rückblick scheint es mir das Passendste gewesen zu sein, das ich vor meinem gefühlt neuen Lebensabschnitt tun konnte. Danke, danke, danke!“ 🌳❤

Wenn du spürst, dass es Zeit ist, innezuhalten, Ballast abzustreifen und dich neu auszurichten, dann begleite ich dich gern in ein solches Naturerlebnis.
Ob für ein paar Stunden oder über Nacht – wir gestalten es so, dass es zu deinem Lebensmoment passt.
Schreib mir einfach, und wir finden gemeinsam den Weg, der dich wieder ganz zu dir bringt.

Neumond, Aufbruch, Nichtwissen

Es war der Neumond am 24. Juli 2025, der eine Tür in mir öffnete. Ich spürte deutlich: Jetzt ist die Zeit. Die Zeit, mich aufzumachen – heraus aus dem Alltag, hinein in das Nichtwissen.

Ich war nicht allein unterwegs. Auch mein Gegenüber befand sich an einem Wendepunkt. Wir gaben einander Raum – still, achtsam, lauschend.

Unser Ziel: Der Odilienberg im Elsass – ein Ort, von dem ich schon vieles gehört hatte.

  • Der Berg erhebt sich 760 m über der Rheinebene. Die Weite, die Felsen und Wälder wirken klärend und kraftspendend.
  • Die Heidenmauer – eine 10 km lange Mauer aus riesigen Sandsteinblöcken – ist bis heute ein Rätsel.
  • Orte wie Druidenhöhle, Aussichtsfelsen, Kapellen und Waldlichtungen laden zum Innehalten ein.

Der Odilienberg ist ein uralter Kraftplatz – zwischen Himmel und Erde, Menschenwelt und Anderswelt.

Er liegt auf einer bekannten Leyline, die viele spirituelle Orte Europas verbindet – wie Chartres, Montségur oder Assisi. Ich wusste nicht genau, was mich dort erwartete. Nur eines war klar:
Ich musste hin.


Verloren und gefunden

Die Ankunft war ernüchternd. Viel Trubel, viele Menschen – nichts von der ersehnten Stille. Ich fühlte mich wie eine Suchende ohne Kompass.
Also gingen wir hinaus in die Natur.

Ein besonderer Moment ereignete sich zwischen uralten Lindenbäumen – eine davon völlig ausgehöhlt, aber voller Würde. Sie ließ mich eintreten – in einen stillen Raum, wie in den Bauch von Mutter Erde.

„Auch wenn du durchlebt wurdest, verletzt bist, leer scheinst – dein Licht strahlt. Dein Wesen bleibt unversehrt.“


Erinnern – nicht im Tun, sondern im Sein

Ich fragte mich plötzlich: Habe ich schon einmal in einem Kloster gelebt?
Diese Klarheit, dieses stille Wissen… Vielleicht sind wir heute hier, um mit dem alten inneren Wissen den Wandel im Außen zu begleiten.

Nicht im Tun, sondern im Sein. Erinnern. Verankern. Singen. Lauschen. Dasein.

Ich öffnete eine Tür, hörte Gesänge, folgte ihnen durch alte Gänge, kam am Sarkophag der Odilie vorbei und saß später in der Kreuzkapelle, wo eine Gruppe junger Frauen sang – mit Schweiß, Hingabe und Tiefe.


Kapellen, Kirche, Quelle – heilige Räume

Immer wieder zog es mich in die stillen Räume:

  • Die Grabkapelle der heiligen Odilia
  • Die Kreuzkapelle, mit der berührten Mittelsäule – dem „Herz“ des Raumes
  • Die große Basilika, deren Weite ein stilles Echo in mir hinterließ

Nach jedem Innehalten gingen wir durch den Rosengarten, hinaus in die Natur.


Heidenmauer, Druidenplatz, Erinnern

Eine Wanderung entlang der Heidenmauer führte mich zum Druidenplatz und zur Absturzstelle des Airbus A320.

Ein Moment tiefer Demut.
Verbunden mit der Vergänglichkeit.

Wir bereiteten Wurzelgemüse aus dem Garten meiner Eltern zu – einfach, nahrhaft, erdend. Es war mehr als eine Mahlzeit.
Erinnerung. Ursprung. Nahrung aus der Tiefe.


Singen. Lauschen. Gebet.

Zurück in der Basilika begegnete ich zwei Frauen im Altarraum.
Sie sangen französische Gebete – und fragten mich, ob ich ein deutsches Lied kenne.
Ein Lied stieg auf: „Maria breit den Mantel aus…“
Ein uraltes Marienlied – Schutz. Trost. Geborgenheit.

Eine der Frauen sprach Deutsch und erzählte uns von einer Gebetsgemeinschaft, die es schon seit 1931 gibt. Seit dem 5. Juli jenes Jahres lösen sich Woche für Woche Gruppen aus verschiedenen Regionen des Elsass ab – Tag und Nacht im Gebet.
Sie beten – für sich, füreinander, für die Welt.

„Wir wachen auch für jene, die nicht (mehr) beten können – aus Gründen, die Gott allein kennt.“

In dieser Woche war eine Frau für die Organisation und die Übergaben zwischen den Gruppen verantwortlich – sie nahm sich Zeit für ein Gespräch, erklärte Abläufe und lud uns ein, am nächsten Abend im Altarraum mit dabei zu sein.
Ein stilles, kraftvolles Feld – offen für alle, die einfach dasein möchten.


Der Gottesdienst – Reibung und Erkenntnis

Am nächsten Tag nahm ich am katholischen Gottesdienst teil.
Es war mir dann doch zu viel. Vor der Kommunion zog ich mich zurück:

„Bis hierher konnte ich mitgehen – aber jetzt brauchte ich Raum für mich.“

In mir tauchte das Thema auf: Am Odilienberg wirken weibliche und männliche Kräfte – aber nicht immer im Gleichgewicht.
Mein Körper spürte das, noch bevor ich Worte dafür fand.


Die Quelle – Rückkehr zur Essenz

Nach dem Gottesdienst wurde die Odilienquelle zu einem heiligen Ort für mich.
Ich trank ihr Wasser, badete meine Füße – und vielleicht auch meine Zweifel darin.

Später zog ich mich zurück – in meine Hängematte, in mein Feld.
Kein Rückzug – sondern Zentrierung.

Am Abend: Altarraum. Gebet. Mein Platz.

Ich musste nichts wissen.
Ich musste nichts leisten.
Ich brauchte nur meinen Atem. Meine Stille. Mein offenes Herz.

Ein heiliger Moment.


Getragene Stille – das Unsichtbare wirkt

Am Sonntagmorgen ging ich früh hinaus – dem Ruf der Natur folgend, aber auch dem Wunsch, ein letztes Mal durch die alten Gänge zu gehen.

Der Abschied war still. Und doch war etwas klar:
Die Tür steht offen.

An der Quelle traf ich die Frau der Gebetsorganisation, noch einmal.
Ein letztes Zeichen.
Wir tauschten Nummern.
Wenn es sein soll, werde ich wiederkommen.
Vielleicht sogar selbst eine Zeitlang wachen und beten.


Was bleibt

Diese Reise war kein Tapetenwechsel.
Sie war Initiation.

Ein Impuls, der sich in meinem Sein verankert:
Menschen begleiten in Wandlungsphasen.
Sie in Berührung bringen mit heiliger Stille, innerem Lauschen, Natur und Gebet.

Denn manchmal beginnt das Wahre, wenn man sich nicht mehr erklären kann, warum man da ist.
Sondern einfach bleibt.


Wach bleiben – für sich. Füreinander. Für die Welt.

Etiketten ablegen.
Identitäten verlieren.
Wesenhaftigkeit entdecken.

In mir lösen sich alte Bilder: Tochter, Begleiterin, berufliche Rollen.
Sie verblassen – nicht ins Nichts, sondern in einen größeren Raum.

Denn der Odilienberg fragt nicht:
„Was bist du?“
Sondern:
„Wer bist du – wenn du nichts mehr darstellst?“

Und genau das habe ich gelebt –

Im Schweigen der Kapellen.
In der Berührung durch Gesang und Glocken.
In den alten Räumen beim Frühstück.

Ich bin dabei, mein wahres Wesen freizulegen.


💫 Angebotsimpuls: Wandlungszeiten auf heiligen Wegen

Diese Erfahrung wird nachwirken – in mir, in meinem Wirken.
Ich spüre den Ruf, Menschen in Zeiten der Wandlung an solche Orte zu begleiten. Orte, an denen die Grenzen zwischen Innen und Außen durchlässig werden.

Wenn dich das ruft, begleite ich dich gern:

  • in der Stille der Natur
  • in heiligen Räumen
  • im Lauschen, Singen und Sein

🕊️ Einzelsessions. Rituale. Begleitung in Umbruchphasen.
Der Odilienberg war erst der Anfang.

Ich glaube an Räume, die sich öffnen, wenn Worte fehlen. An Stille, die nicht leer ist. Und an Begegnungen, die nicht geplant werden – sondern geschehen.


Heute war eigentlich ein anderer Tag vorgesehen. Ich hätte nach Kaiserslautern fahren sollen – doch am Vormittag kam die Absage. Der Tag wurde frei. Und wie aus dem Nichts öffnete sich ein anderer Raum.

Eine Frau fand über die Therapiepaten zu mir. Sie suchte dringend therapeutische Unterstützung – doch alle Wege waren belegt, Wartezeiten lang, keine Zeit für Not. Also rief sie an. Ich hatte Zeit. Und so trafen wir uns – im Wald.

Sie begrüßte mich mit den Worten: „Ich bin ja gar nicht zu therapieren.“ Ich antwortete: „Das habe ich auch nicht vor.“

Wir saßen beisammen auf einem alten Baumstamm, umgeben von Eichen und Buchen. Die Luft war weich, der Boden fest. Neben uns lag eine weiße Feder – ein leises Zeichen für mich, für Führung, für ein Größeres, das da war, ohne sich aufzudrängen.

Sie sagte später, dass sie sich dort zum ersten Mal seit Tagen sicher fühlte – und begann zu erzählen. Tränen flossen. Nichts musste zurückgehalten werden. Ich war einfach da. Der Raum hielt. Der Wald auch.

Während wir dort saßen, begann mein ganzer Körper zu jucken. Ich wurde gestochen – unzählige Male, so schien es, aber keine Mücke war zu sehen. Auch sie unterbrach sich irgendwann: „Mich sticht was…“ Doch auch sie sah nichts.

Am Ende unseres Gesprächs war alles verschwunden. Keine Rötung. Kein Jucken. Kein Stich. Als hätte das, was da im Raum war, sich einfach aufgelöst – im Schweigen, im Atmen, im Dasein.

Die Frau erzählte ihre Geschichte. Aufgewachsen im Osten, mit ihrer Familie in den Westen gezogen, früh den Bruder verloren – eine innige Verbindung, durch einen Verkehrsunfall brutal zerrissen. Mehrere Ehen, drei Kinder, ein Leben zwischen Schmerzen, Operationen, Überleben. Und zugleich: so viel Licht. So viel Lebendigkeit.

Sie tanzt ihr Leben – das spürt man, trotz allem. Doch jetzt, in dieser Situation, ist alles anders. Der Mann, den sie liebt, sitzt im Gefängnis – eine Katastrophe, die plötzlich alles verändert hat. Sie kann ihn einmal im Monat besuchen, manchmal mit anderen, telefonieren darf er – wenn sie zahlt. Er hat nichts. Auch sie fühlt sich oft allein – hält das Alleinsein kaum aus. Und doch trägt sie. Will stark sein für ihn.

Ich habe ihr gesagt: „Du musst nicht stark sein. Du darfst weich werden. Wenn du weich wirst, kann Energie wieder fließen.“

Ich habe sie eingeladen, sich innerlich mit ihm zu verbinden – symbolisch zum Frühstück oder Abendessen, als stille Geste. Nicht, um die Realität zu leugnen, sondern um sich selbst nicht ganz zu verlieren.

Am Ende unseres Gesprächs, als wir einander schon ein wenig kannten, zeigte ich ihr die weiße Feder. Für mich war sie ein Gruß – aus der anderen Welt. Von dort, wo alles still ist und doch verbunden.


Ich begleite Menschen in Umbruchzeiten – nicht statt Therapie, sondern dort, wo einfach jemand da sein muss. Wenn alles unsicher ist. Wenn Systeme nicht mehr greifen. Wenn das Leben aus den Fugen geraten ist.

Das kann sein:

  • nach einem plötzlichen Verlust
  • in der Trauerzeit
  • nach einer Trennung oder Erschütterung
  • bei Erschöpfung, Orientierungslosigkeit oder innerem Rückzug

Kein Etikett. Kein Diagnoseblick. Nur Menschsein in seiner ganzen Verletzlichkeit.

Ich nenne das: Halten in Übergängen.

Meist draußen, in der Natur. Im Gehen. Im Sitzen. Im Lauschen. Einzelgespräche biete ich zwischen 77 und 111 € pro Stunde an. Wenn mehrere Termine stimmig sind, finden wir gemeinsam eine passende Form.

Wenn du das Gefühl hast, dein Inneres ruft nach einem sicheren Ort: Ich bin da.

🌿 natur@schuetz-anja.de

Kennst du das – dass genau dann etwas entsteht, wenn du längst aufgegeben hattest, es zu suchen?

Wann hast Du Dich das letzte Mal einfach ausgeruht – ohne etwas leisten zu müssen?

Es war kein Tag für große Worte. Kein Tag für Programm. Sondern einer zum Spüren.

Ich durfte eine kleine Gruppe durch den Wald begleiten. Nicht auf einem geplanten Kurs, nicht mit dem Ziel, besonders „achtsam“ zu wirken. Sondern mit der Einladung, sich selbst zu erlauben, langsamer zu werdenWahrzunehmen, was sich zeigt.

Schon beim Ankommen war zu spüren: Hier geht es nicht ums Erleben – sondern ums Sein.

Wir spürten in die Landschaft hinein. Beobachteten, was die Veränderungen des Waldes mit uns machen.
Wie der Übergang von Licht zu Schatten, von Wiese zu Wald uns innerlich bewegt. In dieser Stille fanden wir unseren Ort – ganz intuitiv.

Jede*r fand seinen eigenen Platz für eine Hängematte. Und dann: einfach ruhen. Atmen. Da sein. Eine ganze Stunde lang. Ohne Ablenkung. Ohne Ziel. Ohne etwas tun zu müssen. Nur begleitet vom Klang des Waldes und dem eigenen Rhythmus.

Manchmal ist Berührung nichts Sichtbares – sondern das feine Gefühl, mit sich selbst verbunden zu sein.

Für einige war diese Stunde herausfordernd – gerade weil es nichts zu tun gab. Keine Aufgabe. Kein Ziel. Nur Raum für das, was in uns auftaucht, wenn wir still werden. Und genau darin lag das Geschenk.

Es war kein „klassisches Waldbaden“. Kein Barfußlaufen über Moos. Keine Baumumarmungen. Es war … echter. Erdiger. Tiefer. Für viele vielleicht unspektakulär – aber für uns: genau richtig.


Und dann – die Einladung ins Panzhaus: Ein Ort, der genauso berührt hat wie der Wald. Nicht laut, nicht überladen. Sondern herzlichliebevoll und voller Genuss.

Unter dem Motto „Ebbes von Hei“ wurden wir mit regionalen Köstlichkeiten verwöhnt – zubereitet vom Panzhaus-Team mit spürbarer Hingabe.

So wurde dieser Tag rund – getragen von StilleBegegnung und echtem Geschmack.

Die Zusammenarbeit mit dem Panzhaus besteht schon seit vielen Jahren – und jedes Mal ist es für mich eine besondere Freude, als Wanderführerin Teil dieser Verbindung von NaturStille und Genuss zu sein.


Reflexionsfrage zum Schluss:


Wann hast du dich das letzte Mal einfach ausgeruht – ohne etwas leisten zu müssen?

Es gibt Tage, die nachhallen – leise, tief und weit. Unsere Weinwanderung rund um das Panzhaus war so ein Tag.

Gemeinsam mit Sommelière Daniela und einer wundervollen Gruppe von Menschen bin ich aufgebrochen, um Natur und Genuss miteinander zu verbinden. Rund sechs Kilometer lang durften wir die Höhen von Greimerath durchstreifen – vorbei an blühenden Wiesen, stillen Waldpfaden und weiten Ausblicken.

Was diese Wanderung besonders gemacht hat, war nicht nur der Wein – sondern das, was zwischen den Schlucken geschah: Begegnung, Lächeln, Innehalten.


Natur als Bühne für Begegnung

Schon zu Beginn war spürbar: Hier geht es um mehr als Bewegung und Geschmack. Die Landschaft selbst – weich und kraftvoll zugleich – trug uns wie ein stiller Begleiter.

An ausgewählten Genussstationen schenkte uns Daniela ihre Expertise in flüssiger Form: Regionale Weine, mit Liebe und Wissen ausgewählt, erzählte Geschichten von Sonne, Boden und Handwerk.

Ich selbst trinke kaum Alkohol – und doch habe ich mich selten so verbunden gefühlt: Mit der Natur, mit der Gruppe – und mit dem, was Menschen bewegt, wenn sie loslassen dürfen.


Ein Moment an der Banneux-Kapelle

Einer der berührendsten Augenblicke war unser Halt an der kleinen Banneux-Kapelle. Ein stiller Ort, der mitten im Grünen ruht – gebaut aus Dankbarkeit und Hoffnung.

Wir standen dort einen Moment schweigend. Nur Wind, Blätterrauschen – und das weiche Knirschen unserer Schritte, als wir weitergingen.

Vielleicht war es genau das, was diese Wanderung so besonders gemacht hat: Dass jede*r auf ihre oder seine Weise im Jetzt ankam.


Genuss, Begegnung, Heimatgefühl – mit dem Panzhaus

Die erste Genussstation erwartete uns direkt am Panzhaus, wo Gastgeber Tim gemeinsam mit Daniela den ersten Wein ausschenkte. Während wir unterwegs waren, bereitete er liebevoll unseren kulinarischen Abschluss vor – mit dem, was das Panzhaus ausmacht: Herzlichkeit, Regionalität und Qualität.

Sven, der im Hintergrund wirkt, organisierte gemeinsam mit seiner Frau Daniela die Stationen – präzise und mit zwei kleinen Überraschungen, die viele zum Staunen brachten.

Zurück im Panzhaus wartete ein gemütlicher Ausklang auf uns. Das Team verwöhnte uns mit „Ebbes von Hei“ -Spezialitäten, guten Gesprächen und dem Gefühl, wirklich willkommen zu sein.


Was bleibt

Am Ende dieses Tages waren wir nicht nur ein paar Kilometer gegangen – sondern auch ein Stück näher zu uns selbst.

Ich danke allen, die dabei waren – für eure Offenheit, eure Geschichten, euer Lächeln. Und ich danke Daniela, dass wir diese Verbindung wagen durften: Natur und Wein, Stille und Freude, Erdung und Leichtigkeit.

Ein herzlicher Dank geht auch an das Panzhaus-Team für die Einladung, die Organisation und das Vertrauen in meine Arbeit.

👉 Hier erfährst du mehr über das Panzhaus: www.panzhaus.de

Fürs Zuhören.
Fürs Schmecken.
Fürs Dasein.


Was kommt

Diese Weinwanderung war vielleicht ein erster Schritt – aber ganz sicher nicht der letzte.
Die Wiederholung ist bereits in Planung, der Termin steht noch nicht fest, aber sobald es soweit ist erfährst du es hier zuerst.

👉 Wenn du beim nächsten Mal dabei sein möchtest, schreib mir gerne:
📧 natur@schuetz-anja.de

Wandern, Verbinden, Atem holen

„Manchmal braucht es nur einen stillen Ort, einen offenen Himmel und ein paar gemeinsame Schritte – und wir erinnern uns wieder daran, wer wir sind.“


Ende April war es wieder so weit: Eine kleine Gruppe von Frauen aus verschiedenen Regionen Deutschlands folgte meiner Einladung zu einer feinen Wanderauszeit in der Schwäbischen Alb. Es war kein großes Abenteuer, sondern ein Raum für das Wesentliche: Natur, Verbindung, Ruhe und echte Begegnung.


Ein Wiedersehen auf alten Pfaden – und neuen Wegen

Unsere Wege hatten sich schon vor Jahren gekreuzt – auf Reisen, die weit führten. Aus diesen Begegnungen entstand eine langjährige Verbundenheit, die über Kontinente und Zeitzonen hinweg gewachsen ist. Die gemeinsame Zeit war immer geprägt von Mut, Entdeckergeist und der Freude an echten Erlebnissen.

Nach einer langen Pause, bedingt durch die Pandemie, war es nun an der Zeit, uns wiederzusehen. Die Schwäbische Alb wurde zu unserem Ort.


Von Hexennächten und Geistesblitzen

Was man wissen sollte: Die Frauen, mit denen ich unterwegs war, sind alle 65+. Und Hut ab – was sie bei unseren früheren Trekkingtouren geleistet haben, war bemerkenswert. Wir sind nicht einfach gereist – wir sind über gefrorene Seen gelaufen, haben Grenzen überquert – innen wie außen.

Doch nach der langen Pause hatte es eine Weile gedauert, bis ein Treffen möglich wurde. Ich selbst befand mich in einem großen Wandel – mein Leben war in Bewegung geraten, vieles hatte sich aufgelöst, beruflich stand vieles offen. Ein Treffen war zunächst nicht meine Priorität.

Dann jedoch spürte ich: Dieses Wiedersehen ist wichtig.

Eines Nachts, zwischen Gedankenwirbeln und innerer Unruhe, entstand die spontane Idee, die Auszeit um eine Nacht unter freiem Himmel zu erweitern – die sogenannte Hexennacht. Alle sagten zu. Ohne Zögern.

Diese spontane Nacht unter Bäumen war tief, mutig, verbindend – wie ein Tor in eine neue Zeit.


Die Hängematte – mein Tor ins Draußen

In der Zeit, in der wir uns nicht gesehen hatten, begann für mich selbst eine besondere Reise in die Natur. Nach Jahren, in denen Trekkingtouren nicht möglich waren, entschied ich mich für eine persönliche Visionssuche im Wald.

Ich entschied mich für eine Visionssuche – fünf Tage ohne Nahrung, ohne Wasser, allein im Wald.
Doch wie sollte ich schlafen? Die Vorstellung, auf dem Boden zu liegen – vielleicht feucht, vielleicht kalt, vielleicht etwas, das über mich krabbelt – war untragbar.

Ich entschied mich für die Hängematte.

Sie wurde mein sicherer Ort. Ich besorgte ein Tarp, stellte viele Fragen, nervte die Verkäufer.
Allein das Befestigen – ein kleines Abenteuer.
Dann endlich fand ich den Platz, den ich während der Vorbereitung noch nicht entdeckt hatte. Und gleich nach dem Kauf verbrachte ich meine erste Nacht draußen – in der Hängematte, unterm Sternenhimmel. Ich fühlte mich geborgen.

Die Visionssuche kam – und sie war tief. Aber das, was ich gesucht hatte, hatte sich schon vorher gezeigt: Ich kann draußen sein. Ich bin sicher. Ich gehöre hierher.

Noch während der ersten Nacht war mir klar: Wenn das vorbei ist, werde ich Hängematten kaufen – und anderen zeigen, wie kraftvoll und still das ist.

Und genau das habe ich getan.

So war es möglich, mit den „Hexen“ draußen zu übernachten – in dieser Walpurgisnacht, die zu einem unserer mutigsten und magischsten Erlebnisse wurde.
Ohne meine eigene Reise hätte es dieses Angebot nie gegeben.
Und heute weiß ich: Die Hängematte ist nicht nur ein Ausrüstungsgegenstand – sie ist ein Symbol für das Vertrauen in die Natur. Und in sich selbst.


Meine Rolle: Reisen mit Seele gestalten

Ich liebe es, Räume zu öffnen – für Menschen in Bewegung.
Meine Auszeiten sind keine fertigen Pakete, sondern lebendige Gefäße. Ich plane individuell, höre zu, spüre hin.
Jede Gruppe, jede Frau, jedes Bedürfnis ist anders – und so gestalte ich mit Hingabe und Klarheit genau das, was gerade stimmig ist.


Unser gemeinsamer Weg in der Alb

Mittwoch: Ankommen in Bad Urach

Wir trafen uns am Nachmittag im Stadtkern von Bad Urach, bezogen unser gemütliches Häuschen und ließen den ersten Abend mit einem italienischen Essen und lebendigem Austausch ausklingen.

Donnerstag: „hochgehbürzelt“ & „hochgehswiggert“

Diese 14 km lange Tour schenkte uns zauberhafte Laubwälder, glasklares Wasser, weite Ausblicke und das gute Gefühl, im eigenen Tempo gehen zu dürfen.
Nach der Wanderung kehrten wir ein – erfüllt, bewegt, verbunden.

Freitag: Wasserfallsteig & Klang am Fluss

Die Rundwanderung führte uns durch dichten Mischwald, hinauf zur Albkante mit Blick auf die Burgruine Hohenurach – begleitet von Wasserfällen und Vogelstimmen.
An einem stillen Flussufer spielte ich meine Seelenflöte, die ich wenige Wochen zuvor selbst gebaut hatte.
Ein Moment voller Tiefe – Musik, Stille, Natur und Herz im Einklang.

Samstag: „hochgehschätzt“ & Wimsener Höhle

Diese Etappe führte uns durch das Glastal – vorbei an Wacholderheiden und stillen Kraftorten.
Am Ende fuhren wir mit dem Boot in die Wimsener Höhle – begleitet vom Fährmann, der uns die geologischen Geheimnisse dieser Landschaft näherbrachte. Eine Reise in die Tiefe – im Außen wie im Innen.

Sonntag: Gewitter & gelassener Ausklang

Statt der geplanten Wanderung auf dem „hochgehkeltert“-Weg änderten wir flexibel unseren Kurs: Wir blieben in Bad Urach, genossen ein gemeinsames Frühstück, erkundeten den Ort und ließen unsere Auszeit friedlich und weich ausklingen.


Was bleibt?

Diese Reise war leise und kraftvoll zugleich.
Ein Raum, in dem Begegnung möglich war – mit sich selbst, mit anderen, mit der Erde.
Ein Erinnern daran, dass Wandern mehr ist als Fortbewegung: Es ist ein Lauschen. Ein Innehalten. Ein Weitergehen.

Ich bin zutiefst dankbar, solche Angebote gestalten zu dürfen. Sie sind klein, persönlich, getragen von Hingabe – und offen für Menschen, die sich berühren lassen möchten.


Interesse an einer Auszeit?

Ich begleite Menschen auf ihrem Weg – durch Natur, Klang, Bewegung und Stille.
Meine Wander-Auszeiten sind individuell geplant und richten sich nach den Bedürfnissen der Teilnehmenden.
Wenn du dich angesprochen fühlst, melde dich gerne bei mir. Ich freue mich auf neue Begegnungen


Zwischen Umbruch und Einladung

Ich selbst befinde mich in einer großen Wandlungszeit. Vieles ist im Fluss – beruflich wie persönlich.
Doch eines weiß ich sicher: Ich liebe es, Räume zu öffnen. Menschen zu verbinden. Den Ruf des Lebens zu hören – und ihm zu folgen. Vielleicht ist genau das mein Weg. Und vielleicht gehen wir ein Stück gemeinsam.


Stimmen aus der Gruppe

„Danke für diese schöne Beschreibung unserer Tour – und für alle deine bisherigen Wandertouren, die meinem Leben so viele schöne Momente geschenkt haben. Ich hoffe, das Leben hält noch einige Abenteuer für uns bereit – mit deinem Talent, Touren zu organisieren, die den Menschen einen Zugang zur Natur und zur Schönheit im Innen und Außen ermöglichen.“
Teilnehmerin der Schwäbische-Alb-Auszeit 2025

„Hab gerade deinen wunderbaren Artikel gelesen.
Herrliche Beschreibung unserer gemeinsamen Touren, worüber ich sehr dankbar bin. Kann mich dem Dank nur anschließen und zehre wohl das ganze Leben von diesen vielen schönen gemeinsamen Erlebnissen.
Hoffen wir, dass das Leben noch einige schöne Abenteuer für uns bereit hält.

Teilnehmerin der Schwäbische-Alb-Auszeit 2025

Kräuterwanderungen – kleine, feine Wege zu Verbindung und Wissen

Heute verspüre ich den starken Impuls, endlich einen Blog über meine Kräuterwanderungen zu schreiben.

Ich liebe es, in der Natur zu sein – mich mit mir selbst und den Wildkräutern zu verbinden. Es erfüllt mich mit großer Freude, dass sich immer mehr Menschen, vor allem Frauen, aber auch einige Männer, für die Pflanzenwelt interessieren. Sie möchten nicht nur die Kräuter schmecken, sondern auch ihre Wirkung kennenlernen. Dieses Wissen weiterzugeben, ist mir ein Herzensanliegen.

Am liebsten führe ich kleine, feine Gruppen durch die Natur. Große Gruppen fühlen sich für mich oft wie eine Bühne an, auf der ich unterhalten soll – das ist nicht mein Weg. Ich wünsche mir, dass meine Teilnehmer*innen nach einer Wanderung motiviert sind, selbstständig Kräuter zu sammeln und sie ganz selbstverständlich im Alltag zu nutzen.


Begegnung mit D. – eine ganz besondere Tour

Im Rahmen meiner Ausbildung zur Hospizbegleiterin lernte ich D. kennen. Sie wollte unbedingt eine Kräuterwanderung mit mir machen. Doch im Winter ist das für Anfänger nicht ganz so angenehm – trotzdem fragte sie mich bei jedem Treffen geduldig nach einem Termin. Anfang April war es dann endlich so weit: Wir trafen uns in ihrem liebevoll gepflegten Schrebergarten.

Ich finde es immer besonders stimmig, die Wanderungen in der unmittelbaren Umgebung der Teilnehmenden zu machen. So fällt es ihnen später leichter, sich zu orientieren und wiederzufinden, wo sie welche Kräuter entdeckt haben.

D. brachte noch eine Freundin mit, die ebenfalls neugierig auf die Welt der Wildkräuter war – das machte mir die Gestaltung der Tour noch leichter.


Kleine Schätze am Wegesrand

Schon im Garten fanden wir eine Vielzahl an Schätzen:
Löwenzahn, Gänseblümchen, Sauerampfer, Schnittlauch, Gundermann, Labkraut, Giersch, Wiesenschaumkraut, Lugenkraut, Brennnessel, Knoblauchsrauke, Rotklee, Goldnessel, Spitzwegerich, Weißdorn und sogar Bärlauch.

Ein kleiner Spaziergang in die Umgebung rundete die Tour ab – und bescherte uns noch einige zusätzliche Kräuter.


Eine köstliche Überraschung

Zurück im Garten dann die Überraschung: Ich erzählte den beiden Frauen, dass wir nun gemeinsam ein Wildkräutermenü kochen würden. D. wusste zwar im Vorfeld davon, rechnete aber eher mit einem kleinen Snack – nicht mit einem vollständigen Menü.

Dann noch eine weitere Überraschung: Zwei Mitbewohner warteten bereits im Gartenhäuschen. Kein Problem – wir hatten genug gesammelt, es würde für fünf Personen reichen.


Zubereitung mit allen Sinnen

Das Lungenkraut nutzten wir für einen Tee. D. und ihre Freundin breiteten die gesammelten Kräuter sorgfältig auf einem Tuch aus und sortierten alles noch einmal.

Schon beim Sammeln ist es mir wichtig, dass wir die Pflanzen mit allen Sinnen wahrnehmen – anschauen, riechen, schmecken. Das fördert das Wiedererkennen enorm.

Nach dem Sortieren schnitten die beiden Frauen die Kräuter für einen frischen Wildkräutersalat. Ich hatte ein passendes Dressing und einige weitere Zutaten in meiner geliebten Outdoorküche dabei. Auch Pellkartoffeln und Bärlauchquark hatte ich vorbereitet – eine wunderbare Grundlage.

Als weiteres Highlight packte ich meinen kleinen Gasgrill aus, erhitzte eine Pfanne und briet darin Brennnesseln und Giersch an, mit etwas Öl, Salz und Pfeffer – und fertig war unser Wildkräutermenü, mit dem niemand gerechnet hatte.

Und tatsächlich: Es reichte für alle fünf – ein kleines Wunder, das wir gemeinsam genießen konnten.


Ein Tag, der bleibt

Ein gelungener Tag neigte sich dem Ende zu – voller Freude, Erkenntnisse, Begegnungen und Geschmack.

Einige Tage später erreichte mich diese liebe Nachricht von Dagmar:

„Ach wie schön, Anja🤩! Ich hatte das Wochenende über Besuch von meinen Söhnen und habe jetzt erst deinen Blog gelesen. Was für eine tolle Überraschung!!! Nochmal die ganze Kräuterwanderung inklusive unserem leckeren & geselligen Essen Revue passieren zu lassen🌸🥗😋. Ich erinnere mich sehr gerne daran und habe schon vielen davon erzählt. Das war ein ganz besonders bereichernder Tag mit dir! Nochmals danke, danke, danke!“

Solche Worte berühren mich sehr. Sie zeigen mir, dass meine Art, Wissen zu teilen, wirklich etwas in Bewegung bringt.

Wenn du auch in die Welt der Wildkräuter eintauchen möchtest, melde dich gerne bei mir.
Ich freue mich auf viele weitere kleine, feine Touren – vielleicht auch mit dir?

Denn meine Kräuterwanderungen sind keine klassischen Führungen – sie sind Einladungen zum Lauschen, Berühren, Schmecken, Staunen.
Wenn dich das ruft, bist du herzlich willkommen.

„Wir tragen das Licht in uns – manchmal tief verborgen, manchmal flackernd, manchmal kraftvoll leuchtend.
In dunklen Zeiten ist es dieses innere Licht, das uns Orientierung, Wärme und Zuversicht schenkt.
Und wenn wir es wagen, es hinauszutragen – mit einer Fackel in der Hand und Verbundenheit im Herzen – kann es auch andere berühren.“


Mit der Fackel durch die Dunkelheit

Seit vielen Jahren darf ich dieses Symbol des Lichts in die Welt tragen: bei meinen Fackelwanderungen, die ich in Zusammenarbeit mit dem Gasthaus Panzhaus gestalte.

Was einst als zarte Idee begann, hat sich zu einer liebevollen Jahresbeginn-Tradition entwickelt – ein berührender Weg, das neue Jahr mit Licht und Verbindung zu begrüßen.

Die Nachfrage ist so gewachsen, dass wir inzwischen jedes Jahr zwei Termine zu Beginn des neuen Jahres anbieten – berührende Abende voller Licht, Stille, Wärme und Begegnung.


Alant – Sonnenkraft aus der Wurzel

Wenn sich das Licht des Sommers langsam zurückzieht, wende ich mich den Wurzeln zu. Der Alant – Inula helenium – begleitet mich schon lange. Als Sonnenpflanze speichert er das Licht des Sommers in seiner kräftigen, aromatischen Wurzel.
Ich ernte ihn bewusst im Herbst, beim abnehmenden Mond, wenn sich die Lebenskraft der Pflanze in die Tiefe zurückgezogen hat.

„Die Sonne speichert sich in der Wurzel – und wir dürfen sie teilen.“

Mit Hingabe verarbeite ich die Wurzel – nicht nur als Heilpflanze, sondern als Trägerin des inneren Lichts. Daraus entsteht ein besonderer Wein, den ich während der Fackelwanderung reiche: ein Trank, der wärmt, stärkt und das innere Licht erinnert.


Alantwein – Zwei Zubereitungen für dunkle Tage

Rezept 1: Kaltauszug mit Weißwein

Fein, klar und licht – ideal als Sonnenelixier für Übergangszeiten.

Zutaten

  • 30–40 g frische oder 15–20 g getrocknete Alantwurzel
  • 1 L trockener Weißwein (Bio-Qualität)
  • Optional: 1 TL Honig, etwas Orangenschale, Zimt oder Ingwer

Zubereitung

  • Alantwurzel säubern und klein schneiden
  • In ein sauberes Schraubglas geben und mit Weißwein übergießen
  • 10–14 Tage kühl und dunkel ziehen lassen, täglich schwenken
  • Danach abseihen und in dunkle Flaschen füllen

Anwendung

Ein kleines Glas am Abend oder zu rituellen Anlässen, besonders in der dunklen Jahreszeit oder bei Übergangsritualen.


Rezept 2: Gekochter Alantwein mit Rotwein

Kräftig, wärmend und tief – fast wie ein pflanzliches Herzfeuer.

Zutaten

  • 30 g frische Alantwurzel, gewürfelt
  • 750 ml trockener Rotwein (z. B. Spätburgunder oder Zweigelt)
  • 1–2 TL Honig oder brauner Zucker
  • Optional: Zimt, Nelke, Orangenschale

Zubereitung

  • Wurzel mit dem Rotwein in einen Topf geben
  • Langsam erhitzen, aber nicht kochen – 20–30 Minuten sanft ziehen lassen
  • Abseihen und heiß oder warm genießen

Anwendung
Wohltuend bei innerer Kälte, Husten, Erschöpfung. Ideal auch zum Teilen während eines Rituals oder Abends am Feuer.


Fackelwanderung & Einkehr im Panzhaus

Gemeinsam mit den Teilnehmenden wandere ich durch die Dunkelheit – Fackeln in den Händen, Gespräche im Lichtschein, Stille unter den Bäumen. Es ist jedes Mal ein tiefes Erlebnis, das weit über das Gehen hinausgeht.

Im Anschluss empfängt uns das herzliche Team des Gasthauses. Dort, im gemütlich eingerichteten Nebenzimmer mit seinem alten Holzofen, dürfen wir uns aufwärmen und stärken – mit liebevoll zubereiteten, regionalen Köstlichkeiten aus der Region – „Ebbes von Hei“.

Ich freue mich jedes Jahr auf den Moment im Herbst, wenn ich gemeinsam mit dem Panzhaus-Team die neuen Termine plane – auf den Augenblick, in dem wir wieder zusammen das Licht in die Welt tragen dürfen.


Einladung: Lass dein Licht erstrahlen

„Ich bin das Licht, das durch die Dunkelheit tanzt.
Ich bin die Wurzel, die im Verborgenen wächst.
Ich bin die Flamme, die erinnert.“


Möchtest du dein Licht mit uns teilen?

Wenn auch du dein inneres Licht entzünden, stärken oder in die Welt tragen möchtest, bist du herzlich eingeladen zu den nächsten Fackelwanderungen:
🕯️ Am 13. Dezember 2025 und
🕯️ am 03. Januar 2026 gehen wir gemeinsam durch die Dunkelheit dem Licht entgegen.

„Das Licht in dir ist nicht dafür da, verborgen zu bleiben. Es ist da, um gelebt zu werden.“