Manchmal schenkt mir das Leben keinen weichen Boden
und doch finde ich Halt, Tiefe und meinen eigenen Weg.

Im Schweigen alter Bäume
flüstert das Geheimnis des Wandels –
Vergehen ist Erwachen

Wir wachsen dort, wo niemand uns erwartet.
Aus der Dunkelheit heraus.
Ganz leise.
Ganz eigen

Mitten im Grau
öffnet sich ein kleines Leuchten.

Es braucht keine Schärfe,
keine Erklärung.

Es genügt,
dass es da ist.

Ein Farbhauch,
ein Atemzug Leben,
ein stilles Ich bin.

Und plötzlich
wird der ganze Tag
ein bisschen weiter
und heller.

Im feuchten Laub
wächst still die Krause Glucke —
zart, verborgen, kraftvoll.

Sie erinnert:
Wandlung geschieht im Schweigen,
Schönheit im Verborgenen.

So segnet dich der Wald
mit seiner stillen Kraft
und dem Wissen,
dass auch du Teil
des großen Neubeginns bist.

Altes Wissen, Staunen und Freude im Wald


Ein Ruf aus dem Boden

Manchmal führt uns das Leben auf Wege, die wir gar nicht geplant hatten und plötzlich stehen wir mitten im Wald, umgeben von feuchter Erde, Moos und dem Duft nach Neubeginn.

Die Pilze, kaum sichtbar, wie kleine Geheimnisse im Laub, rufen leise: Schau mich an. Entdecke mich. Staune.

Wir tasten uns heran, sammeln vorsichtig ein paar Exemplare, versammeln uns wieder, vergleichen, riechen, fühlen, lachen über unsere Unsicherheit, versuchen, die Pilze zu bestimmen, neugierig, spielerisch, offen.

Frauen, die vorher nie Pilze wahrgenommen haben, stehen plötzlich neben mir, sind gerufen, staunend, mit funkelnden Augen.


Begegnung mit dem alten Wissen

Vor Jahren nahm ich an einer Pilzwanderung teil. Der Leiter war ein älterer Mann, ein „Hüter des Wissens“, der seinen Platz kaum abgeben wollte. Alles wirkte streng, kontrolliert, als wäre das Wissen vorwiegend Männern vorbehalten.

Ich spürte sofort: hier komme ich nicht hinein. Wir sammelten, drehten uns im Kreis, er murmelte „Giftig! Giftig!“ und warf die meisten Pilze weg. Die Freude am Entdecken blieb außen vor, hier ging es um Besitz, nicht ums Staunen.

Jahre später erinnerte mich ein Spaziergang daran, wie dieses Wissen verdreht und verborgen wurde. Und jetzt spüre ich: es darf wieder lebendig werden, freudvoll, spielerisch, gemeinsam.


Der Lehrer der neuen Zeit

Ein junger Mann, angehender Grundschullehrer, begegnete mir einige Jahre später. Er sah die Pilze nicht als Objekte, sondern als Teil eines lebendigen Netzwerks.

Von ihm lernte ich: nicht aus Angst vor Fehlern, sondern aus Freude am Entdecken, aus Staunen, aus Verbundenheit. Gemeinsam gingen wir langsam durch den Wald, blieben stehen, beugten uns über kleine Hügel, riechen, fühlen, vergleichen, lachen über Unsicherheiten.

So entstand ein Raum, in dem Neugier und Freude das Lernen bestimmten, ein kleiner Vorgeschmack auf das, was möglich ist, wenn wir alte Regeln loslassen.


Pilze, Netzwerke und der Ruf der Sterne

In einer Nacht träumte ich von den Pilzen. Sie zeigten mir Wege, die ich vorher nicht gesehen hatte, ein Netz, weit und filigran, verbunden wie die Sternbilder über uns.

Ich erinnerte mich an das Wassermannzeitalter, das Zeitalter der Vernetzung. Die Pilze, so klein und doch so mächtig, zeigten mir, wie Verbundenheit funktioniert: Jeder Teil achtet auf den anderen, teilt Nahrung, unterstützt die Gemeinschaft.

Am Morgen war meine Begeisterung so groß, dass ich Freundinnen ansteckte. Wir nahmen an einer privaten Pilzwanderung teil: Staunen, vergleichen, riechen, lachen, miteinander bestimmen und spürten, dass wir Teil dieses lebendigen Netzwerks waren, so wie die Pilze selbst.


Begeisterung, die überspringt

Ich besuchte meine Freundin, wir trafen uns abends zum Essen. Ich brachte einen Riesen-Steinpilz mit, den ich im Wald gefunden hatte, und erzählte von meinen Pilzwanderungen, von der Freude, die mich erfüllt, auch ohne dass ich mich „richtig“ mit Pilzen auskenne.

Jetzt trifft es sich wieder: Sie wird gerade von jedem Pilz gerufen, und plötzlich verstand sie meine Begeisterung so tief wie nie zuvor. Wir staunen, lachen, vergleichen, entdecken und ich spüre, wie ihre Freude auf mich überspringt, mein eigenes Staunen noch heller macht.


Vom alten Patriarchat zum lebendigen Netzwerk

Es ist ein kleiner Wandel: vom alten Mann, der Wissen bewachte und kontrollierte, hin zu uns Frauen, die sich verbinden, staunen, lachen, lernen. Wir teilen das alte Wissen wieder, nicht als Besitz, sondern als Erfahrung, Freude und Verbundenheit.

Die Pilze flüstern in die Erde, unter Moos und Laub, über Wurzeln und Netzwerk.
Wer lauscht, wird erinnert: Wir können uns wieder verbinden mit der Erde, miteinander, mit uns selbst.


Einladung

Wenn dich dieser Text berührt und du Interesse hast, die Freude an Pilzen und Naturerlebnissen selbst zu entdecken, melde dich gern bei mir. Ich freue mich, von dir zu hören!

🌿 Zwischen Himmel und Erde

Ich stehe,
verwurzelt im Atem der Erde,
der Wind spielt mit meinem Haar.

Mein Blick hebt sich
in das Blau, das mich ruft.
Wolken ziehen –
Träume des Himmels.

Ich bin da,
nicht mehr getrennt,
von oben, von unten,
von mir.

Licht berührt meine Haut,
und etwas in mir
antwortet still:

Ich bin der Atem
zwischen Himmel und Erde.
Ich bin das Dazwischen,
das alles verbindet.

Im stillen Schoß des Waldes
öffnet sich ein Herz aus Holz und Moos.
Es trägt die Spuren der Zeit,
verwundet – und doch so lebendig.

Hier ruht die Weisheit des Wachsens:
dass Heilung nicht das Vergessen ist,
sondern das sanfte Umarmen
dessen, was war.

Und während der Baum weiter atmet,
erinnert er uns daran –
dass auch in uns
das Herz der Erde schlägt. 🌳💫

Am Ufer, wo das Moos den Stamm umhüllt, neigt sich die Erde zum Wasser –
wie im Lauschen auf ihr eigenes Spiegelbild.
Vielleicht ist es das, was wir alle suchen:
das leise Wiedererkennen im stillen Glanz der Tiefe.

„Nach dem Wandern durch Erde, Moos und Pilzduft
bleibe ich am Wasser stehen.
Blätter treiben davon – wie Gedanken,
Wolken spiegeln sich – wie die Seele,
die sich erinnert:

Alles fließt, alles wandelt sich,
und ich bin Teil dieses Atems.“ 🌿💨