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Assisi – Eine Woche zwischen Himmel und Erde

„Assisi hat mich gelehrt: Ich brauche keinen Ort mehr zu suchen.
Ich selbst bin das Gebet, der Weg, die Lebendigkeit.“

Begegnungen, Gebete und die stille Kraft von Asissi



Ankommen in Assisi – Orientierung loslassen

Schon in den ersten Momenten in Assisi wird mir klar: Diese Reise schenkt mir etwas anderes, als ich erwartet habe.
Ich dachte, ich würde mich – wie zuletzt am Odilienberg – einfach fallenlassen können in die Energie eines Ortes. Doch in Assisi finde ich nicht den einen Platz, dem ich mich hingeben kann. Hier sind es viele: Kirchen, Gassen, Begegnungen, Augenblicke. Das macht mich zunächst orientierungslos.

Ich merke, wie ich nach Plänen greife, um mich festzuhalten und doch spüre ich sofort: Das ist es nicht. Hier geht es nicht ums Abarbeiten. Hier darf ich mich treiben lassen.

Anders als in alten Klostermauern, die oft etwas Schweres ausstrahlen, herrscht hier Wärme, Licht, Liebe, Lebendigkeit und köstliches Essen. Vielleicht geht es hier gar nicht darum, Orientierung zu finden, sondern sie loszulassen.


Im Atem des Gebets

Die Tage beginnen meist vor unserer Kirche mit dem Sonnengebet. Manchmal in der Wiese, manchmal vor den Mauern. Dieser Morgenruf, verbunden mit der Natur, ist kraftvoll und sanft zugleich.

Danach folgen die Seelengebete, persönliche Gebete, die wir sprechen, während die Gruppe bezeugt, dass es gesprochen wird.
Mein Gebet lautet:

„Ich bin das Gebet.
Ich bin das Glied, das Himmel und Erde verbindet.
Ich bin die Brücke, die Botschafterin.
Manchmal braucht die Urkraft dieser Welt Seelen, die nur sind und dadurch wirken.
Es ist nicht wichtig, was diese Seelen tun.
Sie sind.
Und das genügt.“

Dieses Gebet wird zu einer Botschaft für mich selbst:
Ich bin hier, um den Menschen zu zeigen, dass sie bereits im größten Heilungsraum, in der schönsten Wohnung leben – in der Natur, in der Welt, die uns nährt.


Zwei Seelen, ein Herzschlag – Franziskus und Klara

Assisi ist durchzogen von den Spuren von Franziskus und Klara. Die Liebe und Verbundenheit zwischen den beiden ist noch spürbar. Oft wird von Franziskus erzählt, doch auch die Bedeutung von Klara ist wesentlich.

Franziskus ruft in die Freiheit, ins Loslassen, ins Neue. Klara öffnet einen innerer Raum, still, hütend, essenziell. Zusammen laden sie ein, eine Balance zu leben: zwischen Aktivität und Stille, Freiheit und Verwurzelung, Geben und Empfangen.

So sitze ich in San Damiano im Duft der Wiesen, lausche dem Gesang der Nonnen oder finde Ruhe in stilleren Kirchen wie San Pietro. Auch Santa Maria degli Angeli berührt mich – auch wenn ich mich im Gottesdienst nicht einlassen kann, spüre ich doch die Energie des Ortes.


Wenn das Leben in Symbolen spricht

Die Begegnungen in Assisi sind fein und voller Symbolik. Ein einfacher Handdruck mit den Worten „Du Tor des Himmels“ bleibt tief in mir.
Oder das Dessert, das mir persönlich serviert wird, ein warmes Blätterteigschiffchen mit Vanillepudding und roter Grütze.

Ein Anhänger, den ich seit Monaten trage bricht plötzlich an der Spitze ab, ein Zeichen, dass etwas Neues beginnt.

Und immer wieder zieht es mich am frühen Morgen in die stillen Gassen. In diesen Momenten bin ich frei, leicht, ganz bei mir.


Orte der Kraft in und um Assisi

  • Eremo delle Carceri – die Einsiedelei im Wald. Kurzer, steiler Aufstieg, tiefe Verbindung mit der Natur. Mit unserem Gesang, lassen wir Klang und Wald verschmelzen.
  • Bosco di San Francesco – stiller Spaziergang im Wald, Natur, Ruhe, Einfachheit.
  • Santa Maria Maggiore – Begegnung mit dem Körper von Carlo Acutis, ein berührender Moment.
  • Rocca Maggiore – Aussicht über die Stadt. Wegwarte, Malve, Königskerze, Fenchel und Bergminze begleiten meinen Weg. Ein Schmetterling, ein Sternauge – kleine Zeichen der Verbundenheit.

Wenn das Gebet zu Klang wird

Der Gesang begleitet uns durch viele Tage:

  • Das Lied vom „weiten Land“, das uns an unsere Lebendigkeit erinnert
  • Abendlieder, die die Tage rund machen
  • Der Sonnengesang des Franziskus, gesungen von Mark und Angelika, so tief mit der Natur und ihren Elementen verbunden

Klang selbst wird zum Gebet. Worte sind nicht immer nötig. Manchmal genügt Schwingung, Stille, Präsenz.


Ein Lied, ein Brot, ein Herz – im Abschied verbunden

Am letzten Morgen lausche ich dem Gesang der Nonnen, spüre die weibliche Zartheit. Dann gehe ich noch einmal zu Franziskus. Straßen voller Menschen, überlaufene Kirchen und doch bleibt Assisi für mich ein Ort der stillen Tiefe.

Zum Abschluss kommen wir als Gruppe zusammen, teilen, was wir mitnehmen und feiern die Agape: „Ich bin das Brot des Lebens, durch mich wird alles gegeben.“
Ein stilles, kraftvolles Miteinander.


Die Einladung, selbst Gebet zu sein

Assisi hat mir nichts von dem geschenkt, was ich erwartet habe. Es hat mir etwas Größeres geschenkt:

Nicht den einen Ort der Hingabe, sondern die Erfahrung, dass ich keinen Ort mehr suchen muss.

Ich darf dem Weg der Lebendigkeit folgen, den Tanz ins Leben wagen.

Franziskus ruft mich ins Loslassen, ins Neue, in die Freiheit. Klara hütet die Stille, die Essenz, die Verwurzelung. Zusammen erinnern sie mich daran, dass das Leben ein Tanz ist zwischen Sonne und Mond, Freiheit und Halt, Klang und Schweigen.

Assisi bleibt in meinem Herzen, als Einladung, das Gebet nicht nur zu sprechen, sondern zu sein.


Sanfte Einladung zur Begleitung

Wenn du in Zeiten der Trauer, des Wandels oder der Neuorientierung einen stillen Raum für dich suchst, um getragen und gehalten zu sein, verbunden mit der Natur, Gebet und Stille, begleite ich dich gerne.

Hier findest du Ruhe, achtsames Zuhören und einen Ort, an dem du einfach sein darfst.